2500 Anrufe pro Tag: So soll Künstliche Intelligenz in München Leben schützen

Die Branddirektion hat gemeinsam mit Microsoft einen KI-Sprachbot für die Aufnahme von Krankentransporten entwickelt. Was dahinter steckt, welchen Nutzen das hat.
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In der Integrierten Leitstelle der Branddirektion München laufen täglich rund 2500 Anrufe, darunter etwa 400 Anfragen für Krankentransporte, zusammen. (Symbolbild)
In der Integrierten Leitstelle der Branddirektion München laufen täglich rund 2500 Anrufe, darunter etwa 400 Anfragen für Krankentransporte, zusammen. (Symbolbild) © imago images/NurPhoto

Binnen 15 Monaten ist die Lösung in enger Zusammenarbeit mit den IT- und Datenschutzverantwortlichen der Branddirektion sowie der beteiligten Kliniken entstanden: Ein von Künstlicher Intelligenz (KI) gestützter Sprachbot soll der Integrierten Leitstelle (ILS) der Branddirektion die Arbeit erleichtern.

KI-gestützter Sprachbot in Eisbach-Studios in Daglfing vorgestellt

Dies ganz konkret bei der Erfassung von Krankentransporten. Die KI entlaste damit diejenigen Mitarbeiter, die zeitkritische Notrufe annehmen und unter Hochdruck bearbeiten, teilte die Stadt mit. Der KI-gestützte Sprachbot wurde im Rahmen der "Microsoft AI Tour" in den Eisbach-Studios in Daglfing vorgestellt.

Den Angaben zufolge laufen in der ILS täglich rund 2500 Anrufe, darunter etwa 400 Anfragen für Krankentransporte, zusammen. Darunter sind auch unkritische beziehungsweise planbare Transporte. Und da Notrufe immer Vorrang haben müssen, kann dies derzeit in der Koordination zwischen Leitstelle und Kliniken unter Umständen zu Telefon-Wartezeiten von mehreren Minuten und zusätzlichem Stress führen.

"Man kann sagen: Die KI hilft – der Mensch rettet"

"Wir erleben seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg an Notrufen und Krankentransporten. Prozesse wurden bereits mehrfach optimiert, aber personell und auch räumlich haben wir mittlerweile eine Grenze erreicht", sagte Wolfgang Schäuble, Leiter der Branddirektion München: "Die Automatisierung war für uns eine Notwendigkeit. Man kann sagen: Die KI hilft – der Mensch rettet."

"Schritt in Richtung Digitalisierung und Effizienz"

Ein zentrales Prinzip des Projekts sei die klare Trennung zwischen Aufgaben für Mensch und KI, heißt es in der Mitteilung. Der Sprachbot bearbeite ausschließlich geplante, nicht-kritische Krankentransporte. Er erkenne die KI Unsicherheiten oder einen möglichen Notfall, werde der Anruf sofort an menschliche "Calltaker" übergeben.

KVR-Chefin Hanna Sammüller.
KVR-Chefin Hanna Sammüller. © Hannes Magerstaedt

"Mit dem Einsatz des KI-Sprachbots in unserer Leitstelle gehen wir einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung und Effizienz. Künstliche Intelligenz unterstützt unsere Disponenten dabei, noch schneller und präziser zu handeln – zum Schutz der Münchner", sagte Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller.

"Der Chatbot kennt keine Warteschleife"

Professor Dr. Matthias Klein, Leiter der Notaufnahme des Klinikums Großhadern, hat die KI nach Angaben aus dem Rathaus in der Praxis getestet. Die Notaufnahme behandele bis zu 150 Patienten pro Tag, davon würden 40 bis 50 Patienten stationär aufgenommen, der Rest ambulant entlassen.

Verzögerte Transportanmeldungen können dazu führen, dass Patienten zwar behandelt sein, aber die Notaufnahme nicht verlassen könnten. "In der Testphase hat sich die KI bewährt. Transporte konnten sofort angemeldet und Informationen frei formuliert übermittelt werden. Fehlende Informationen werden gezielt nachgefragt", lautet das Fazit von Dr. Klein: "Der Chatbot kennt keine Warteschleife, was den Prozess insgesamt erheblich beschleunigt."

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