Die Jagd auf Münchens Parksünder beginnt

Gratis gibt's nicht mehr: Die Stadt saniert ihre Kassen, indem sie Hatz auf Parksünder macht: In diesem Jahr soll die Zahl der Politessen auf 190 steigen, die gesamte Stadt innerhalb des Mittleren Rings wird zur großen Parklizenzzone.
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Hier wird scharf kontrolliert: Falschparken kann teuer werden.
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MÜNCHEN - Gratis gibt's nicht mehr: Die Stadt saniert ihre Kassen, indem sie Hatz auf Parksünder macht: In diesem Jahr soll die Zahl der Politessen auf 190 steigen, die gesamte Stadt innerhalb des Mittleren Rings wird zur großen Parklizenzzone.

Ab jetzt macht die Stadt richtig Kasse mit dem Parkplatzmangel. Die Zahl der Verkehrsüberwacher wird von 150 auf bis zu 190 erhöht. Auch die Parklizenzgebiete innerhalb des Mittleren Rings werden ausgedehnt.

Bei Falschparkern und Rasern ist nämlich ordentlich Geld zu holen: 18,4 Millionen waren es laut Kreisverwaltungsreferat (KVR) alleine vergangenes Jahr. Knapp 7,5 Millionen zahlten Falschparker, rund 5,6 Millionen brachten kommunalen Blitzer und 5,3 Millionen verdiente die Stadt mit dem Verkauf von Parklizenzen. Im Rathaus rechnet man für dieses Jahr mit ähnlichen Einnahmen, die Stadt aber braucht wegen der Wirtschaftskrise und der Steuergeschenke der neuen Regierung mehr Geld. Viel, viel mehr.

Vor etwa acht Jahren waren Schwabing und Lehel die ersten Viertel, in denen Parkwapperl eingeführt wurden. Inzwischen sind es zehn Stadtbezirke und 49 Wapperlzonen innerhalb des Mittleren Rings. Im Herbst kamen das Marsfeld und das St.-Vinzent-Viertel dazu, im März 2010 folgen Herzog-Ernst-Platz und Untersendling, im Mai Margarethenplatz, Brudermühlviertel und Karwendelstraße, im kommenden Juni Schyrenbad und Untergiesing und im Juli Lerchenauer und Tristanstraße. Bis Mitte 2011 soll laut Planungsreferat die gesamte Innenstadt aus Parklizenzzonen bestehen.

14 Millionen Euro an Parkgebühr zahlen die Münchner im Jahr

Kostenlos das Auto am Straßenrand abstellen dürfen dort dann nur diejenigen, die bei der Stadt ein Parkwapperl gekauft haben oder einen der fast 2000 Parkscheinautomaten mit Münzen füttern. Über 14 Millionen Euro werfen die Autofahrer laut Baureferat jährlich in die Kästen. Das Parkraummanagement hat sich damit zu einem echten Goldesel entwickelt – quasi die Lizenz zum Gelddrucken.

Für die Anwohner sind die Wapperl ein Segen, weil sie ihnen die Parkplatzsuche erleichtern. Für Pendler oder Nachtschwärmer aus dem Umland sind sie ein Ärgernis: Sie müssen zahlen, wenn sie mit dem Auto in die Stadt fahren.

Parkraummanagement ist im Unterhalt nicht billig: 9,8 Millionen Euro kostete die Kontrolle der Parklizenzzonen vergangenes Jahr, zwei Millionen die Ausstellung der Parklizenzen. Das System funktioniert außerdem nur, wenn auf den Straßen entsprechend scharf kontrolliert wird. Das erledigen derzeit 150 kommunale Verkehrsüberwacher – auf deutsch: Politessen. 2008 waren es 120 Männer und Frauen, dieses Jahr sind es 150 und im kommenden Jahr soll ihre Zahl auf bis zu 190 aufgestockt werden.

Bleibt abzuwarten, ob die Stadt überhaupt so viele Interessenten für den Job findet. Das Polizeipräsidium München beispielsweise wollte 14 neue Verkehrsüberwacher einstellen. Doch nur neun begannen am 1. Oktober die zweimonatige Ausbildung. Mehr geeignete Bewerber hatten sich nicht gemeldet.

Ralph Hub

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