Die Dachauer Straße rund ums Gelände der Hochschule München

Seit 1971 wird an der Hochschule für angewandte Wissenschaften rund um die Dachauer Straße gelehrt. Früher war sie eine Fachhochschule. Heute ist sie beliebter denn je – wegen ihrer Praxisnähe.
| Hüseyin Ince
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Nach wie vor wichtig: Copy-Shop.
Hüseyin Ince 7 Nach wie vor wichtig: Copy-Shop.
Derzeit nur Zugang mit Karte.
Hüseyin Ince 7 Derzeit nur Zugang mit Karte.
Professor Martin Leitner hofft, dass die Hochschule irgendwann einmal einen richtigen Campus bekommt.
Hüseyin Ince 7 Professor Martin Leitner hofft, dass die Hochschule irgendwann einmal einen richtigen Campus bekommt.
Perle der Hochschule: neue Workshop-Räume im alten Zeughaus.
Hüseyin Ince 7 Perle der Hochschule: neue Workshop-Räume im alten Zeughaus.
Die Fassade der Fakultät 13.
Hüseyin Ince 7 Die Fassade der Fakultät 13.
Kunst im Innenhof der Hochschule.
Hüseyin Ince 7 Kunst im Innenhof der Hochschule.
Treppenaufgang an der Dachauer Straße 98b.
Hüseyin Ince 7 Treppenaufgang an der Dachauer Straße 98b.

München - Rund um die Dachauer/Ecke Lothstraße hat die Hochschule mittlerweile viel Raum eingenommen. Und sie ist ein Beweis dafür, dass München seit Jahren eine wachsende internationale Hochschulstadt ist. Fast 186.000 Studierende sind an Münchner Unis registriert. Mittelgroße deutsche Städte haben oft nicht annähernd so viele Einwohner. 18.486 hiervon waren zuletzt an der Hochschule eingeschrieben, an insgesamt 14 Fakultäten.

Doch derzeit sieht man kaum einen von ihnen. Wegen Corona sitzen fast alle zu Hause vor ihren Computern und versuchen, sich den Lernstoff online anzueignen, egal ob durch Video-Kurse oder mithilfe von digitalem Lehrmaterial.

Hochschule: Ansturm auf Informatik

Die Hochschule hat in vielen Fakultäten deutlich mehr Bewerber als Studienplätze. Vor allem das Fach Informatik wird in Zeiten von Tech-Riesen wie Google, Apple und Co. überrannt. Etwa 300 Studienplätze hat die Hochschule für dieses Fach – aber 2.000 Bewerber. Für die kommenden Jahre erhofft sich die Hochschule daher eine Expansion, um auch der Nachfrage an Studienplätzen nachzukommen. Neben dem roten Würfel an der Lothstraße 64 und der brandneuen Designfakultät aus Backstein könnten so weitere Wahrzeichen hinzukommen.

Gedruckt wird immer noch

Nach wie vor wichtig: Copy-Shop.
Nach wie vor wichtig: Copy-Shop. © Hüseyin Ince

Eine Institution und zentrale Anlaufstelle für Studis an der Dachauer Straße 155 ist trotz des digitalen Wandels der Laden "FH Kopie". Denn gedruckt wird immer noch, Abschlussarbeiten und Projekte auf Papier zum Beispiel. Sehr charmant: der Schriftzug, wie Science-Fiction aus den 80ern.

Verfahrens- und Medientechnik

Derzeit nur Zugang mit Karte.
Derzeit nur Zugang mit Karte. © Hüseyin Ince

An der Lothstraße 34 wuseln außerhalb der Corona-Pandemie 2.300 Studierende. Das Gebäude liegt nur wenige Meter westlich an der Dachauer Straße. Die Studiengänge hier sind vielfältig: Versorgungs- und Gebäudetechnik, Verfahrenstechnik Papier, Druck- und Medientechnik sowie Mechatronik.

Ein stolzer Hochschul-Präsident

Professor Martin Leitner hofft, dass die Hochschule irgendwann einmal einen richtigen Campus bekommt.
Professor Martin Leitner hofft, dass die Hochschule irgendwann einmal einen richtigen Campus bekommt. © Hüseyin Ince

Seit 2016 ist der Mathematik-Professor Martin Leitner (Jahrgang 1959) der Präsident der Hochschule für angewandte Wissenschaften München. Besonders begeistert ist er von der Gründerkultur, die sich über die Jahre entwickelt hat.

Und am liebsten würde er noch miterleben, wie die Hochschule zusammenrückt: "Ein großer Traum wäre es, irgendwann einmal einen richtigen Campus zu haben. Unsere Architektur-Studierenden haben hierzu Pläne entwickelt. Aber bei solchen Projekten braucht man Geduld – und muss in Jahrzehnten denken", so Leitner. Das Getümmel der Tausenden Studierenden vermisst er sehr. "Hoffentlich wird das Wintersemester wieder ein Präsenzsemester", sagt Leitner.

Brandneue Fakultät für Design

Perle der Hochschule: neue Workshop-Räume im alten Zeughaus.
Perle der Hochschule: neue Workshop-Räume im alten Zeughaus. © Hüseyin Ince

Kreativität braucht Inspiration. Große Künstler wie Salvador Dalí ließen sich bekanntlich Tricks einfallen, um kreativ zu werden – wie etwa einen Löffel in der Hand, kurz vor dem Mittagsschlaf. Der Löffel fiel irgendwann aus der Hand, Dalí wachte auf und konnte all die Ideen aufschreiben, die er sonst immer vergaß.

Aber zurück zur Münchner Hochschule: Inspiration kann aber auch ein solch wunderschönes Uni-Gebäude aus Backstein bieten. Grundsaniert und renoviert sind hier nun 484 Design-Studierende der Hochschule eingezogen. Ganz früher, im 19. Jahrhundert, ist das Gebäude an der Lothstraße 17 ein Zeughaus der bayerischen Armee gewesen. Bis 2014 war das 1865 erbaute Gebäude von der TU München genutzt worden.

Studium generale

Die Fassade der Fakultät 13.
Die Fassade der Fakultät 13. © Hüseyin Ince

Die Hochschule denkt nicht nur daran, Fachexperten hervorzubringen. Auch auf das Weiterbildungszentrum ist man hier besonders stolz. Das Gebäude dient zusätzlich zur Förderung des Allgemeinwissens. Unter der Leitung von Professorin Isolde Kurz kann man hier sein Studium generale absolvieren. 208 Hochschüler sind eingetragen, weitere 7.316 Studierende aller Hochschul-Fakultäten nutzen regelmäßig das breite Lernangebot.

Eine Oase fern von Lärm

Kunst im Innenhof der Hochschule.
Kunst im Innenhof der Hochschule. © Hüseyin Ince

Einen richtigen Campus hat die Universität zwar noch nicht. Aber dafür mindestens einen Ort der Ruhe – und vielleicht auch der Inspiration. Wer in den Innenhof des Hochschul-Gebäudes an der belebten Dachauer Straße 98b einbiegt, wird sich wundern, wie weit weg der Straßenlärm plötzlich sein kann. Hier in diesem Garten können Studierende ein wenig entspannen und spazieren gehen, fast schon campusähnlich.

Einen richtigen Campus hat die Hochschule übrigens in Pasing. 4.304 Studierende werden dort in Betriebswirtschaft und angewandten Sozialwissenschaften ausgebildet.

Hier lehrt man fliegen

Treppenaufgang an der Dachauer Straße 98b.
Treppenaufgang an der Dachauer Straße 98b. © Hüseyin Ince

Unauffällig und etwas grau kommt der Treppenaufgang der Hochschule an der Dachauer Straße 98b daher. Dabei wird hier die Zukunft der Mobilität zu Lande und in der Luft beigebracht. Schräg gegenüber im Innenhof etwa beschäftigen sich die Studierenden unter anderem mit Modellbau.

Die Hochschule steht bei Münchnern oft im Verdacht, eher technische Studiengänge zu bedienen. Das stimmt nur zum Teil. Hochschul- Präsident Martin Leitner zählt auf: "Die beliebtesten drei Fächerschwerpunkte an der Hochschule sind Maschinen- und Fahrzeugbau, Wirtschaftswissenschaften und angewandte Sozialwissenschaften."

Lesen Sie hier den ersten Teil der AZ-Serie zur Dachauer Straße

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