Deutsches Museum zieht nach Erding

Noch ist wenig zu sehen auf der 20.000 Quadratmeter großen freien Fläche im Industriegebiet Erding-Aufhausen. Für den Foto-Termin ist ein Bagger angerollt, auf einer Stellwand sind Bilder zu sehen, wie das Gebäude mal ausschauen soll.
Doch nun soll es schnell gehen. Am 14. September ist der geplante Baustart, um Nikolaus 2028 herum soll das neue Zentraldepot für das Deutsche Museum bereits fertig sein.
Nur zehn Prozent der Exponate sind auf der Museumsinsel ausgestellt
Derzeit lagert der bei Weitem größte Teil der insgesamt 125.000 Objekte, die das Museum besitzt, noch in acht verschiedenen Hallen. Gerade mal zehn Prozent der Exponate können ausgestellt werden auf der Museumsinsel in München.

Das neue Zuhause für Zehntausende der Sammlungsobjekte soll bestens gesichert werden. Nur wenige Fenster wird der Neubau bekommen, innen über ideale Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit verfügen. Schon in knapp drei Jahren könnten die ersten Museumsstücke hier einziehen. Sogar ein kleines Flugzeug würde platzmäßig hineinpassen.
Neubau wird viele Millionen Euro einsparen
Der Weg dorthin war steinig. Gekauft hatte das Deutsche Museum das Grundstück bereits 2014. Doch dann fehlte das Geld. Am Donnerstag, bei einem Vor-Ort-Termin, hatten Generaldirektor Michael Decker und der kaufmännische Direktor Henrik Häcker gute Nachrichten: Die Finanzierung des Neubaus ist gesichert. Und das Museum wird langfristig sogar viele Millionen Euro einsparen können. Denn derzeit zahlt das Museum für die angemieteten Hallen und Lager, die zum Teil teuer beheizt und trocken gehalten werden müssen, Mieten in Millionenhöhe.
Ein Trick hat ermöglicht, dass der Traum vom eigenen Museumsdepot nun Wirklichkeit wird: Planen, bauen, finanzieren und betreiben wird es das Familienunternehmen Georg Reisch GmbH & Co. KG aus Baden-Württemberg. Die 90 Jahre alte Firma bietet schlüsselfertiges Bauen an, hat viel Erfahrung mit der Verwendung kostengünstiger Serienmodule – und auch mit öffentlichen Projekten. Zusammen mit dem Stuttgarter Architekturbüro LRO hat die Firma auch schon das Volkstheater an der Tumblingerstraße in München gebaut.

Das Museum wird dem Investor jetzt über 25 Jahre die Bau- und Finanzierungskosten ablösen: insgesamt 100 Millionen Euro. Henrik Häcker: "Wir hätten uns das Geld selbst nicht auf dem Kapitalmarkt leihen können. Deshalb mussten wir diesen ungewöhnlichen Weg wählen." Reisch hat die Bayerische Landesbank als Finanzierungspartner. Das Depot gehört dem Museum aber schon in der Bauphase. Ab 2053 dann ohne zusätzliche Kosten.
Im ersten Bauabschnitt soll zunächst ein fünfgeschossiges Gebäude mit rund 14.000 Quadratmetern Lagerfläche entstehen. Dazu kommen Flächen für Werkstätten und die Anlieferung der Exponate. Künftig kann das Zentraldepot auf bis zu 45.000 Quadratmeter Lagerfläche erweitert werden.
15 Museumsmitarbeiter sowie Forschende sollen hier mal arbeiten. Museumsdirektor Michael Decker möchte in dem Neubau auch Führungen ermöglichen.