Deutsche IS-Anhängerin soll Mädchen (5) versklavt haben

Es sind entsetzliche Vorwürfe, wegen derer sich eine deutsche IS-Anhängerin ab April vor dem Oberlandesgericht München verantworten muss. Sie soll zusammen mit ihrem Ehemann ein fünfjähriges Mädchen versklavt und ihr tatenlos beim Verdursten zugesehen haben.
| dpa
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Eine deutsche IS-Anhängerin muss sich ab April vor Gericht verantworten. (Symbolbild)
Marius Becker/dpa Eine deutsche IS-Anhängerin muss sich ab April vor Gericht verantworten. (Symbolbild)

Es sind ungeheuerliche Vorwürfe, wegen derer sich eine deutsche IS-Anhängerin ab April vor dem Oberlandesgericht München verantworten muss. Sie soll zusammen mit ihrem Ehemann ein fünfjähriges Mädchen versklavt, es in der Hitze angekettet und ihr tatenlos beim Verdursten zugesehen haben.

München - Eine deutsche IS-Anhängerin muss sich von April an vor dem Oberlandesgericht München wegen Verdachts der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland verantworten. Bis Ende September sind vor dem Strafsenat 23 Verhandlungstage angesetzt, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Die Generalbundesanwaltschaft wirft Jennifer W. vor, gemeinsam mit ihrem Mann ein fünf Jahre altes Mädchen im Irak als Sklavin gehalten und getötet zu haben.

Mädchen wurde in brütender Hitze angekettet und verdurstete

Die junge Frau hatte sich der Karlsruher Behörde zufolge von September 2014 an im Irak aufgehalten und der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) angeschlossen. Im Sommer 2015 sollen sie und ihr Mann das kleine Mädchen gekauft und versklavt haben. Als das Kind krank wurde und deswegen ins Bett machte, kettete der Mann das Mädchen laut Anklage draußen an und ließ es unter sengender Sonne verdursten. Die Angeschuldigte ließ ihren Mann demnach gewähren und unternahm nichts zur Rettung des Mädchens.

Außerdem soll die Frau als "Sittenpolizistin" überwacht haben, dass andere Frauen die vom IS aufgestellten Verhaltens- und Bekleidungsvorschriften einhielten. Als solche patroullierte die Angeschuldigte abends in den Parks der irakischen Städte Falludscha und Mossul. Zur Einschüchterung führte die Angeschuldigte eine Kalaschnikow, eine Pistole und eine mit Sprengstoff präparierte Weste mit. Als monatliche Entlohnung erhielt Jennifer W. vom "IS" zwischen 70 und 100 US-Dollar.

Sie war Ende Januar 2016 in der Türkei festgenommen und nach Deutschland abgeschoben worden. Ende Juni 2018 wurde die damals 27-Jährige dann beim Versuch einer erneuten Ausreise Richtung Syrien in Bayern festgenommen. Seit Anfang Juli sitzt sie in Untersuchungshaft, nachdem es dem Generalbundesanwalt zum ersten Mal gelungen war, gegen eine deutsche IS-Anhängerin nach ihrer Rückkehr in die Bundesrepublik einen Haftbefehl zu erwirken.

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