"Und mittendrin eine Insel im Nichts": Der Stadtspaziergänger entdeckt Münchens Mini-Manhattan

Das "Bogenhausener Tor" ist das Ziel des Stadtspaziergängers – eine Hochhaus-Insel im Osten der Stadt
von  Sigi Müller
Bogenhausener Tor: die Metall- und Glas-Fassade im Detail.
Bogenhausener Tor: die Metall- und Glas-Fassade im Detail. © sigi mueller

Vor Jahren bin ich mal mit dem Heißluftballon über die Wolkenkratzer, damals noch im Bau, des Bogenhausener Tors (Bavaria Towers) gefahren und konnte den großen neuen Komplex von oben anschauen. Wie eine Insel im Osten der Stadt – ein Mini-Manhattan. Nun wollte ich mal schauen, wie es heute dort aussieht.

Oft fährt man da ja mit dem Auto vorbei, auf der Einsteinstraße stadtauswärts, kurz vor der Autobahn nach Riem. Vor den Hochhäusern teilt sich ja die Strecke – und es geht rechts in die Truderinger Straße, links auf die A94. Wenig Zeit zum Anschauen. Also eigentlich nicht der klassische Spazierweg.

Früher Luxus-Taschen, heute Hotel

Zunächst durch den Leuchtenbergtunnel zur Einsteinstraße. Die Autos rauschen auf dem Ring vorbei und im Tunnel ist es laut. Vor dem Tunnel, auf der rechten Seite, sieht man noch die bunten Farben der Künstlerin Janine Mackenroth an der Mauer. Im Tunnel geht es – auf beiden Seiten – dann auch die Treppen hoch, zur S-Bahnhaltestelle Leuchtenbergring.

Nach dem Tunnel das ehemalige Gebäude von MCM. Noble Taschen kamen von hier. Mittlerweile ist es in ein Hotel umgebaut. Danach "Das Einstein", das ehemalige Stahlgruber Center. Rechts in die Einsteinstraße. Auf der linken Seite stehen mehrstöckige Wohnhäuser, im Erdgeschoss allerlei Geschäfte. Zur Rechten beginnt das lang gezogene Gelände des Straßenbahnbetriebshofs. Am Ende der Straße kann man schon die Gebäude des Bogenhausener Tors sehen. Busse und Straßenbahnen rumpeln vorbei und bald bin ich am Ziel angelangt. Zunächst gehe ich links vorbei, neben mir beginnt die Autobahn, bis zu einer Treppe hinunter zur Riedenhofer Straße. Gebaut wird noch im Industriegebiet gegenüber. Neben der Straße blühen die ersten Frühlingsblumen und auch die Haselnusssträucher.

Eine kleine Insel im Nichts: Ein Marterl

Ich schlendere noch ein Stück links die Truderinger Straße entlang, oben auf dem Damm rauscht gerade eine S-Bahn vorbei und unten wird es eher fad. Gerade als ich umkehren will, entdecke ich direkt an der Straße ein Marterl, in einem Gärtchen mit einer kleinen Bank. Eine kleine Insel im Nichts. Warum es genau hier steht, konnte ich leider nicht feststellen.

Ich mache mich auf den Rückweg, fotografiere die Glaspaläste von dieser Seite. Nicht der übliche Spaziergang, man kann mal vorbeischauen, aber für die nächsten Jahre habe ich diese Ecke für einen Stadtspaziergang ganz sicher nicht mehr auf dem Zettel.

In diesem Sinne eine schöne Woche,

Ihr Sigi Müller

 

merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.