Demonstranten protestieren gegen neues  Abschiebezentrum am Münchner Flughafen

Hunderte Menschen haben am Montagabend am Gärtnerplatz gegen den Bau eines Abschiebezentrums protestiert. Betreiben soll das Abschiebeterminal am Airport die Bundespolizei ab Ende 2028.
Ralph Hub
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Am Münchner Flughafen soll ein Abschiebezentrum gebaut werden. Dagegen regt sich Widerstand. (Symbolbild)
Am Münchner Flughafen soll ein Abschiebezentrum gebaut werden. Dagegen regt sich Widerstand. (Symbolbild) © IMAGO/Revierfoto

Etwa 1000 Menschen haben am frühen Montagabend am Gärtnerplatz in München gegen den geplanten Bau eines Abschiebezentrums am Airport München protestiert. Der Flughafen soll um ein "Rückführungsterminal" erweitert werden. Laut Bauantrag sollen künftig bis zu 100 Abschiebungen täglich möglich sein.

Friedlicher Protest in der Innenstadt

Rund 1000 Personen haben sich nach Polizeiangaben gegen 17 Uhr am Gärtnerplatz versammelt. Das teilte eine Polizeisprecherin am Abend auf Anfrage mit. Die Kundgebung verlaufe bisher störungsfrei und ohne besondere Vorkommnisse, so das Präsidium. Das Motto der Protestkundgebung lautet: "München darf nicht zur Abschiebehauptstadt werden! Stoppt den Bau des Abschiebeterminals am Münchner Flughafen!" Aufgerufen hatte das Münchner Friedensbündnis. Die Demonstranten ziehen über die Klenzestraße, die Fraunhofer-, Blumen-, Pestalozzistraße, am Oberanger und dem Rindermarkt bis zum Marienplatz, wo eine Abschlusskundgebung stattfindet.

Das sind die Pläne am Airport

Derzeit gibt es am Airport eine kombinierte Transit- und Abschiebungshafteinrichtung. Die Abschiebungen erfolgen über das Terminal 1. Der Flughafen soll in den kommenden zwei Jahren um ein "Rückführungsterminal" erweitert werden. Die Stadt München ist – neben dem Freistaat Bayern und dem Bund – Gesellschafterin der Flughafen München GmbH. Der Aufsichtsrat soll sich demnächst mit dem Abschiebeterminal befassen.

Kritiker warnen vor EU-weiter Abschiebe-Drehscheibe

Ab Ende 2028 soll die Bundespolizei das Abschiebeterminal betreiben. Dann sollen bis zu 100 Personen am Tag über den Airport abgeschoben werden, wie der Bayerische und der Münchner Flüchtlingsrat berichten. Kritiker befürchten, München könnte bundes- und möglicherweise EU-weit als Abschiebe-Drehscheibe fungieren.

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  • Witwe Bolte vor 21 Minuten / Bewertung:

    Einfache Lösung: due Demonstranten nehmen jeder 1-2 Schutzsuchende privat in ihren Wohnungen auf plus Vollpension und Krankenkasse. Dann brauchts auch kein Absch.zentrum.

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  • Der wahre tscharlie vor 57 Minuten / Bewertung:

    2024 wurden dort 216 Personen in Haft genommen.
    Die durchschnittliche Belegung lag bei nur neun (9) Personen.
    Und nun will Bayern 100 Abschiebungen TÄGLICH vornehmen.
    Eine Rolle spielt vermutlich dabei, dass das Abschiebezentrum in Berlin geschlossen wird.

    Aber etwas anderes finde ich viel interessanter. Dobrinths massive Verschärfung der Asylpolitik kann er vermutlich nur in Bayern umsetzen.
    Und dafür werden mal schnell ein paar Millionen Steuergelder verbaut, wo doch angeblich kein Geld da ist.
    München wird zur "Abschiebe-Hauptstadt" Deutschlands. Die Anderen rechtsaußen werden der CSU wohlwollend auf die Schulter klopfen.

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  • Leopold2810 vor 23 Minuten / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Der wahre tscharlie

    Letzte Woche war ein interessanter Bericht in der über die zunehmende Clankriminalität. Neu hinzugekommen sind auch beginnende Clanstrukturen bei den eingereisten Syrern .Eine unglaubliche Brutalität mit zunehmenden Schusswechsel in Wohngebieten und ausufernde Messerstechereien. Zum Glück noch nicht in Bayern, aber allen voran wieder in Berlin. Vielleicht können die Demonstranten die abzuschiebenden Menschen bei sich zuhause aufnehmen. Aber soweit wird die Solidarität dann doch nicht gehen

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