Demo gegen Polizeigewalt: Münchner gehen nach Schuss auf 14-Jährigen auf die Straße

Etwa 100 Menschen aus der linken und kommunistischen Szene haben am Samstagabend in Schwabing gegen Polizeigewalt demonstriert. Sie skandierten „Deutsche Polizisten, Mörder und Rassisten.“ Am Hohenzollernplatz fand eine Kundgebung statt, danach gingen die Demonstranten zur Belgradstraße, wo am Dienstagabend ein Schüler von der Polizei niedergeschossen worden war.
Laut Polizei hatte der 14-jährige mit einer täuschend echt aussehenden Softair-Waffe herumhantiert und Bewegungen gemacht, als ob er durchlade. Danach habe er sich mit der Waffe in der Hand zu den Beamten umgedreht.
Der Jugendliche wurde in den Oberkörper getroffen, er liegt im Krankenhaus. Die Mutter des Buben sagte „München.tv“, ihr Sohn habe ihr erzählt, dass er gerufen habe: „Es ist ein Spielzeug, bitte nicht schießen!“
Demo nach Polizeischuss auf 14-Jährigen
Am Dienstagabend während der Demo unterstellten Teilnehmer der Polizei, es sei aus rassistischen Gründen auf den Schüler geschossen worden. Sie brüllten: „Rassistisch motivierte Polizeigewalt stoppen!“ Nach Angaben der Polizei begleiteten 50 Einsatzkräfte den Protestzug.
Die Stadtratsfraktionen Die Grünen/Rosa Liste und SPD fordern indessen, die Stadt sollte sich beim Bund, dem Freistaat und beim Deutschen Städtetag für eine Verschärfung der gesetzlichen Regelungen einsetzen. „Spielzeug-, Softair- und vergleichbare Waffen sollen nicht mehr verkauft werden dürfen, wenn sie aufgrund von Größe, Form und Gestaltung nicht unmittelbar von echten Schusswaffen zu unterscheiden sind.“