Dealer will von Reichenbachbrücke springen: Polizei findet Drogenlager in München

Bei Zufallskontrollen sind der Münchner Polizei drei Männer ins Netz gegangen, die wohl im großen Stil mit verschiedensten Drogen handelten. Das Ganze begann auf der Reichenbachbrücke.
Der mutmaßliche Drahtzieher des Geschäfts war am Donnerstag, 13. August gegen Mitternacht auf dem Radl unterwegs. Vielleicht suchte er neue Kunden. Zivile Beamte bemerkten den Mann auf der Reichenbachbrücke, einen 55-jährigen Franzosen mit Wohnsitz in München.
Der Franzose will von der Reichenbachbrücke springen
Nun wurde es hollywoodreif. Der 55-Jährige kooperierte zunächst, stieg vom Rad und rannte Richtung Brückengeländer. Er wollte dort augenscheinlich von der Brücke springen. Ob das nun bei dem derzeitigen Niedrigstand der Isar die beste Idee gewesen ist, sei dahingestellt. Er versuchte jedenfalls zu fliehen.
Die Polizei fasste den Mann und verhinderte den Sprung. Nun durchsuchten sie ihn besonders genau. Er hatte verschiedene Betäubungsmittel bei sich: Methamphetamin, Amphetamin, MDMA sowie Ecstasy in flüssiger und auch in Tablettenform.
Polizei nimmt Wohnung des Dealers ins Visier
Zudem hatte er eine recht hohe Summe Bargeld dabei. Etwa 15.000 Euro sicherten die Beamten. Dazu trug der Franzose viele verschreibungspflichtige Medikamente bei sich. Der Mann muss nervös geworden sein. Denn offenbar versuchte er währenddessen, andere Leute zu kontaktieren, die Drogen aus seiner Wohnung verschwinden lassen sollten. Mutmaßlich fuchtelte er nervös an seinem Handy herum.
Die Beamten nahmen nun die Wohnung ins Visier und fuhren mit mehreren Streifen vor. Dort trafen sie einen 60-jährigen sowie einen 45-jährigen Mann. Beide aus München. Sie wurden vorläufig festgenommen und später wieder freigelassen. Mutmaßlich handelt es sich um die Komplizen des Franzosen. Mit richterlicher Anordnung wurde die Wohnung durchsucht.
50.000 Euro Bargeld und teils kiloweise Drogen sichergestellt
Die Einsatzkräfte fanden erhebliche Mengen an Drogen. 1,5 Kilogramm Methamphetamin, 500 Gramm Kokain, mehr als zehn Liter Liquid Ecstasy und 150 Gramm Ecstasy in Pulverform. Zusätzlich beschlagnahmten die Beamten mehrere Hundert verschreibungspflichtige Medikamente sowie etwa 50.000 Euro Bargeld. Ein Großteil der Betäubungsmittel war bereits in verkaufsfertigen Einheiten verpackt.
Insgesamt erfasste die Polizei mehr als tausend Einzelasservate. Da der 55-Jährige zusätzlich bereits polizeibekannt gewesen ist, erließ ein Ermittlungsrichter Haftbefehl. Das Kommissariat 82 ermittelt weiter.