Streit um Wasser auf Münchens Friedhöfen

Die CSU-Rathaus-Fraktion schlägt Alarm, die Münchner dürften bald ihre Gräber nicht mehr gießen. Doch gibt es dafür überhaupt einen Grund? 
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Hier plätschert erst einmal nichts: der zur Zeit stillgelegte Fischbrunnen auf dem Marienplatz.
Hier plätschert erst einmal nichts: der zur Zeit stillgelegte Fischbrunnen auf dem Marienplatz. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber

Auch wenn die Sonne in diesen Tagen nicht herunterbrennt – in München ist es warm und die nächste Hitzewelle soll kommen.
Die Münchnerinnen und Münchner sollen deshalb mit besonderem Bedacht auf ihren Wasserverbrauch schauen und sparsam mit der kostbaren Ressource umgehen, hatte OB Dominik Krause unlängst appelliert. Und mehr noch: Der OB berief sogar eine Taskforce ein, die Maßnahmen zum Wassersparen koordinieren soll.

Und auch die Stadt selbst ist zum Wassersparen angehalten. Aufs Fensterputzen am Rathaus und anderen städtischen Gebäuden wird daher erst einmal verzichtet. Städtische Fahrzeuge werden nicht gewaschen. Auch die Bewässerung von städtischen Sportanlagen wurde reduziert und der Wasserverbrauch von Schulschwimmbädern auf „ein Minimum“ heruntergefahren, hieß es.
Die für die Bürger sichtbarste Maßnahme: Zehn Brunnen wurden abgeschaltet, darunter auch prominente Standorte wie der Fischbrunnen am Marienplatz, der Neptunbrunnen am Alten Botanischen Garten oder die Kaskaden an der Münchner Freiheit. Bei 56 weiteren Brunnen wurde die Betriebszeit mit Zeitschaltuhr auf 10 Uhr bis 20 Uhr begrenzt.

Betrifft das Gebot zum Wassersparen auch die Friedhöfe?

Die CSU-Fraktion im Rathaus hat am Mittwoch nun noch ein weiteres Feld ausgemacht, das vom Wassersparen betroffen sein soll: die städtischen Friedhöfe.
Die Stadt habe angekündigt, die Gießbrunnen auf den Friedhöfen vier Wochen lang abzudrehen. Entsprechende Hinweise von Friedhofsgärtnereien hätten die CSU-Fraktion in den vergangenen Tagen erreicht, heißt es in einer Pressemitteilung.

Damit gäbe es kein Wasser mehr für die Grabpflege, so die CSU. "Trauernden Bürgerinnen und Bürgern den Hahn einfach abzudrehen wäre herzlos", so Stadtrat Sebastian Kriesel. Das wolle man verhindern.

Die CSU-Stadträte Matthias Stadler und Sebastian Kriesel wollen, dass das Wasser auf Münchens Friedhöfen weiter fließt.
Die CSU-Stadträte Matthias Stadler und Sebastian Kriesel wollen, dass das Wasser auf Münchens Friedhöfen weiter fließt. © CSU

Alles nur ein Gerücht?

In ihrem Antrag fordert die CSU die Städtischen Friedhöfe quasi zum Ungehorsam auf: "Die städtischen Friedhöfe München werden aufgefordert, die für mehrere Wochen andauernde geplante Schließung der Gießbrunnen auf den Münchner Friedhöfen nicht durchzuführen", heißt es da. Stattdessen will die Fraktion alternative Lösungen entwickeln.

Das große Fragezeichen bei der Sache: Mitarbeiter der Stadtverwaltung zumindest sagen am Mittwoch, so recht könne sich hier die Aufregung keiner erklären. Die Rathaus-Grünen widersprechen der CSU sogar ganz explizit. Alle Wasserstellen auf den Städtischen Friedhöfen seien derzeit in Betrieb und es gebe auch keine Pläne diese abzustellen, heißt es auf AZ-Anfrage klipp und klar aus der Fraktion. Im zuständigen Gesundheitsreferat war am späten Mittwochnachmittag niemand erreichbar, der endgültig aufklären konnte, ob es nun Anlass für die Aufregung gibt. Oder nicht.

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  • kartoffelsalat vor 42 Minuten / Bewertung:

    Hauptsache Anlass für ein peinlich gestelltes CSU-Foto.
    Cringe würde man in Südostschweden dazu sagen.

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