"Einfach nur enttäuschend": Das ändert sich bei Bussen und Bahnen in München

Der Stadtrat hat über den neuen Fahrplan der MVG entschieden. Wo überall Linien gestrichen werden, wo sich Takte verschlechtern und welche guten Nachrichten es trotzdem noch gibt.
von  Christina Hertel
Aus dem X30 Bus wird der 64er. Für Besucher der Isarphilharmonie soll die Anbindung trotzdem gut bleiben.
Aus dem X30 Bus wird der 64er. Für Besucher der Isarphilharmonie soll die Anbindung trotzdem gut bleiben. © IMAGO/Rolf Poss

Er werde sein Abo für die Münchner Philharmoniker kündigen. Der Wegfall des X30-Busses mache ihm die Anreise zum HP8 zu beschwerlich. Das schrieb ein AZ-Leser in einem Leserbrief. Womöglich kann er es sich noch einmal anders überlegen.

An diesem Mittwoch hat der Stadtrat über das Angebot der MVG im nächsten Jahr abgestimmt. Und zumindest ein paar der Kürzungen, über die die AZ berichtet hatte, werden doch nicht kommen.

Der X30 soll zwar weiterhin wie geplant zur neuen Buslinie 64 werden, die vom Lorettoplatz über den Harras bis zum Arabellapark fährt. Allerdings soll der Fahrplan so abgestimmt werden, dass die Konzertbesucher den Bus weiterhin bis 23 Uhr gut nutzen können.

Diese Kürzungen kommen auf die Münchner zu

Außerdem bleibt die Busverbindung Giesing Bahnhof - Neuperlach Zentrum (Linie 139). Die Stadt wird zudem weiterhin vier Bus-Linien mitfinanzieren, die in den Landkreis führen (nach Putzbrunn, Lohhof, Martinsried und Planegg).

Doch einige Kürzungen kommen trotzdem auf die Münchner zu. Und zwar, wie Stadtrat Dirk Höpner (München Liste) kritisierte, vor allem am Stadtrand. Entfallen werden die Buslinien 179 (Olschewskibogen - Frankfurter Ring) und 174 (Dientzenhoferstraße - Am Hart).

Bei anderen Linien wird der Takt schlechter – etwa bei der Tram 25, die zwischen 9 und 13 Uhr nur noch alle zehn Minuten kommen soll. Die U7 fährt nur noch zu den Hauptverkehrszeiten in der Früh und am Abend.

Auch mehrere Busse fahren nicht mehr so oft. Nur noch alle 20 Minuten kommen unter anderem die Busse 175 (Ludwigsfeld) und 173 (Feldmoching). "Es wird meistens am Stadtrand gekürzt, dort, wo sich die Menschen nicht wehren können", sagt Volt-Stadträtin Alexandra Lang.

CSUlerin Veronika Mirlach bezeichnet den Beschluss als einen "Rückschritt auf dem Rücken der Münchnerinnen und Münchner". Neben den Kürzungen sieht sie kritisch, dass der schon lange versprochene Expressbus nach Freiham nicht eingeführt wird. "Einfach nur enttäuschend" nennt sie das.

Neue Haltestellen in der Au

Grünen-Stadträtin Gudrun Lux sieht trotzdem einige Verbesserungen: Zum Beispiel wird der 52er künftig vom Tierpark über neue Haltestellen in der nördlichen Au und über den S-Bahnhalt Isartor zum Marienplatz geführt.

Um das ÖPNV-Angebot in München weiterhin aufrechtzuerhalten, ist aus ihrer Sicht dringend mehr Geld von Bund und Freistaat nötig. Das fordert auch der SPDler Felix Lang. Denn schließlich investiere die Stadt weiterhin – zum Beispiel in die Verlängerung der U5. "Wenn wir das Angebot komplett erhalten würden, würden wir solche Zukunftsprojekte gefährden", glaubt Felix Lang.

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