Das Opfer war schon Vater

Der Täter von Fulda: Er hat den Raubmord offenbar lang geplant. Die Polizei jagt ihn jetzt.
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Der Täter von Fulda: Er hat den Raubmord offenbar lang geplant. Die Polizei jagt ihn jetzt.

München/Fulda - Die Familie von Lorenzo M. ist völlig geschockt. Gestern brachte sie den Leichnam des 17-Jährigen zurück nach München. Er sollte in Fulda einen VW-Bus kaufen. Dabei wurde M. in eine Falle gelockt und erschossen. (AZ berichtete). „Helfen Sie, den Gangster zu fangen”, appelliert ein Verwandter gestern an die AZ. Trauer und Wut in der Familie sind groß. Lorenzo war – trotz seiner Jugend – Vater eines eineinhalb Jahre alten Babys. Er wird nie erleben, wie sein Kind aufwächst und zur Schule geht. Die Familie kümmert sich jetzt um sein Kind.

Gestern wurde die Leiche des 17-Jährigen in der Rechtsmedizin in Fulda obduziert. Anschließend, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, durften die Angehörigen die sterblichen Überreste abholen, um sie nach München zu überführen. Hier soll Lorenzo M. seine letzte Ruhestätte finden.

Die Familie stammt aus Rumänien und betreibt in München einen Gebrauchtwagenhandel. Für seinen Onkel sollte Lorenzo M. einen VW-Bus in Osthessen kaufen und ihn mit einem Freund nach München überführen.

Mit dem Zug fuhren sie am Freitag nach Fulda. Am Bahnhof stiegen die Münchner in einen dunklen 5er-BMW mit Konstanzer Nummer. Sie fuhren in die Mehlerstraße. Dort sollte ein Schwager mit dem Bus warten. Plötzlich zog der Fremde eine Waffe und drückte ab. Sechs Schüsse krachten. M. wurde in Brust, Bauch und Rücken getroffen.
Seinem 19-jährigen Freund gelang die Flucht. Er konnte sich zu einer Tankstelle retten und von dort aus die Polizei verständigen. Das Geld, knapp 15000 Euro, das ihm Lorenzo kurz zuvor gegeben hatte, steckte in seiner Jackentasche.

Der Täter hatte den Raubüberfall offenbar geplant. Den Kontakt zu seinem Opfer hielt er über ein Prepaid-Handy, das nicht zurückzuverfolgen ist. Das Gerät hat er nach dem eiskalten Raubmord ausgeschaltet, deshalb kann es die Polizei auch nicht orten.

Die Mordkommission versucht, das Verbrechen zu rekonstruieren. Dazu wurden am Tatort 3D-Scanner aufgebaut. Damit lassen sich die Positionen der einzelnen Personen und auch die Schussbahnen der Projektile feststellen. Zudem werden die Bilder der Überwachungskameras am Fuldaer Bahnhofsplatz ausgewertet. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.

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