Das Jahr 2017 in der Stadt: Das normale München

AZ-Lokalchef Felix Müller über die Entwicklung der Stadt. Wer es sich leisten kann, für den strahlt und glitzert München. Alle anderen sehen sich den immer weiter steigenden Mieten gegenübergestellt. Die Menschen haben Angst, dass München das normale Gesicht verliert.
| Felix Müller
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"Ja, hier kann man (noch) wunderbar leben. Und doch gibt es viel Anlass zur Sorge." Ein Kommentar von AZ-Lokalchef Felix Müller.
Felix Hörhager/dpa "Ja, hier kann man (noch) wunderbar leben. Und doch gibt es viel Anlass zur Sorge." Ein Kommentar von AZ-Lokalchef Felix Müller.

Die Isar flimmerte, auf den Dachterrassen floss der Spritz, die Nächte am Gärtnerplatz wollten gar nicht enden: Was war das wieder für ein Münchner Sommer! Die Stadt strahlt hell. Wenn man sie sich leisten kann, wie man mehr als je zuvor hinzufügen muss.

Denn hinter der glitzernden Fassade, in den ganz normalen Vierteln, im Alltag junger Familien und alleinstehender Senioren, wird das Leben in dieser Stadt immer härter. Und, offenbar vollkommen entkoppelt von der Lohnentwicklung des Durchschnittsmieters, scheint am Immobilienmarkt kein Ende des Booms in Sicht.

Seltsam, wie wenig der Münchner in den vergangenen Jahren auf der Straße war. Und doch lohnt ein Blick auf die wenigen Proteste: Mal ging es um eine Kellerkneipe in einer Baracke (Schwabinger 7), mal um den Erhalt eines Bolzplatzes (Glockenbachwerkstatt), heuer um den Abriss eines kleinen Hauses (Grasstraße). Den Leuten geht es nicht um Prestigeobjekte. Sie haben Angst, dass München das normale Gesicht verliert. Ja, hier kann man (noch) wunderbar leben. Und doch gibt es viel Anlass zur Sorge.

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