"Das ist so eklig" - Tagesvater missbraucht 12-Jährige

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Mädchens steht ein Rentner (66) jetzt in München vor Gericht. Dort legt er ein Geständnis ab. Ihm drohen sechseinhalb Jahre Haft.
Torsten Huber |
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Der Angeklagte Borys L. (66) gesteht den sexuellen Missbrauch an einer 12-Jährigen.
Torsten Huber Der Angeklagte Borys L. (66) gesteht den sexuellen Missbrauch an einer 12-Jährigen.

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs steht der Rentner (66) jetzt vor Gericht. Dort legt er ein Geständnis ab. Ihm drohen sechseinhalb Jahre Haft.

München - Es ist ein Eltern-Albtraum. Da denkt eine Mutter, dass ihr Nachwuchs gut untergebracht ist. In Wirklichkeit aber vergeht sich die Aufsichtsperson an dem Kind. So ist es Emiliya B. (32) ergangen. Sie hat Lena (12) und Alex (3, Namen geändert) dem Tagesvater Borys L. (66) anvertraut; der Rentner aus der Ukraine ist ein Landsmann von ihr. Der nutzt die Situation schamlos aus – und vergeht sich an Lena.

Jetzt steht Borys L. wegen schweren sexuellen Missbrauchs vor dem Landgericht. Im blauen Knastanzug wird der Angeklagte in den Sitzungssaal geführt. In der linken Hand hält er ein braunes Kuvert. Darin steckt die für ihn übersetzte Anklageschrift: „Der Rentner lebt seit 2001 in Deutschland. Er ist seitdem mit der Mutter von Lena befreundet und passt als Freundschaftsdienst von Anfang an regelmäßig auf deren Kinder auf.“

Dafür gibt ihm die Mutter 200 Euro im Monat als Dankeschön – damit er seine kleine Rente von knapp 360 Euro etwas aufbessern kann. Vor Gericht legt L. dann ein Geständnis ab: Ja, er habe sich an Lena vergangen. Die Ermittler haben es so rekonstruiert: Vom 27. Juni zum 1. Juli 2012 habe L. auf die Kinder aufgepasst, als die Mutter im Urlaub war. Eines Abends saß L. mit den Kindern auf der Couch vor dem Fernseher; Lena habe Leggins getragen.

Da habe Borys L. ihr mit der Hand in die Hose gegriffen. Das Mädchen wehrte sich und schrie ihn an: „Lass das!“ Doch der Mann war ihr kräftemäßig weit überlegen. Erst als das Kind ihn kräftig in den Arm zwickte, ließ er von ihr ab. Am nächsten Abend vergriff sich Borys L. erneut an dem Mädchen. Diesmal zog er ihr die Leggins aus und küsst sie überall. Erst nach rund drei Minuten habe L. mit den sexuelle Übergriffen aufgehört, heißt es.

Die verängstigte Lena bettelte: „Bitte, mach das nie wieder. Das ist so eklig.“ Doch Borys L. habe sich bereits einen Tag später erneut an dem Mädchen vergangen. Lena erzählte sofort der Mutter davon, als die aus dem Urlaub kam. Emiliya B. erstattete Anzeige. Seit dem 8. Juli sitzt Borys L. (Anwältin: Heidi Pioch) in U-Haft. Ihn erwartet eine Haftstrafe von nicht unter sechseinhalb Jahren.

 

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