Münchner Familienunternehmen startet besonderes Angebot am Stachus

Alte Schuhe abgeben, Ressourcen schonen: Tretter startet gemeinsam mit der Stadt ein Pilotprojekt für mehr Kreislaufwirtschaft. Auch Recycling-Profis und Innovationspartner sind involviert.
Guido Verstegen
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In der Innenstadt gibt es jetzt zusammen mit der Stadt München und dem Schuhhaus Tretter ein besonderes Angebot für alte Schuhe.
In der Innenstadt gibt es jetzt zusammen mit der Stadt München und dem Schuhhaus Tretter ein besonderes Angebot für alte Schuhe. © Fabian Hattinger/ninetofive studios

Seit dem 1. April 2026 können Kunden im Tretter-Flagshipstore direkt am Stachus alte Schuhe abgeben, die sie nicht mehr tragen wollen: Mit der Aktion "Second Cycle" will das Münchner Unternehmen ein Zeichen für mehr Kreislaufwirtschaft in der Schuhbranche setzen.

Die Abgabe erfolge direkt an der Kasse, als Dankeschön sollen die Kunden einen Gutschein über zehn Prozent Rabatt auf den Kauf eines neuen Paars Schuhe bekommen, heißt es in der entsprechenden Mitteilung.

Die gesammelten Schuhe werden demnach an den niederländischen Recycling-Spezialisten Fast Feet Grinded übergeben. Die Firma zerlegt die Schuhe in einem technischen Verfahren in ihre einzelnen Bestandteile und Materialien, die anschließend wiederverwendet werden können – etwa in der Produktion von neuen Schuhen, Möbeln oder Bodenbelägen. Die Kosten für das Recycling teilen sich die Stadt und Tretter.

"Viele Schuhe landen nach ihrem Lebenszyklus noch immer in der Verbrennung, obwohl sie wertvolle Materialien enthalten", sagt Luca Tretter. Die Initiative wird von mehreren Partnern begleitet. Das Projekt entsteht im Rahmen des Zero Waste Innovation Hub (ZWIH) des Referats für Arbeit und Wirtschaft. Ziel ist es, München auf dem Weg zur Zero Waste City 2035 voranzubringen.

Recycling-Initiative im Münchner Flagshipstore: Wirtschaftsreferent Christian Scharpf (links) und Luca Tretter.
Recycling-Initiative im Münchner Flagshipstore: Wirtschaftsreferent Christian Scharpf (links) und Luca Tretter. © Tretter-Schuhe

"Dieses Pilotprojekt im Rahmen des Münchner Zero Waste Innovation Hubs ist für uns einzigartig und wertvoll. Es liefert wichtige Erkenntnisse zur Rolle des Handels bei Produktrücknahmesystemen", sagt Wirtschaftsreferent Christian Scharpf. Circular Republic, eine Initiative von UnternehmerTUM, Europas größtem Zentrum für Innovation und Gründung, hat im Auftrag des Wirtschaftsreferats das Projekt mitinitiiert und betreut es weiter.

Laut Tretter werden weltweit jedes Jahr rund 24 Milliarden Paar Schuhe produziert. Nach ihrer Nutzung landen die meisten davon in der Verbrennung oder auf Deponien – weniger als ein Prozent wird bislang recycelt.

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5 Kommentare
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  • planet78 am 03.04.2026 17:03 Uhr / Bewertung:

    Die Hälfte zahlt die Stadt. Die Stadt also, die rund 10 Milliarden Schulden hat. Erstaunlich für welche komischen Projekte unser Steuergeld immer noch reicht.

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  • Der wahre tscharlie am 03.04.2026 17:22 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von planet78

    Kreislaufwirtschaft ist ein "komisches Projekt"??? Ah ja.......
    Ist dann Glas recyceln auch ein "komisches Projekt"?
    Oder Pfand auf Gläser und Flaschen, wenn sie dem Kreislauf wieder zugeführt werden?

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  • Der Münchner am 03.04.2026 12:29 Uhr / Bewertung:

    Also wenn ich zehn paar alte Latschen abgebe, krieg ich meine Neuen umsonst!

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