"Dann wäre mal wieder Druck auf dem Kessel": Oliver Zeidler und sein Olympia-Wunsch

Auf der Regattastrecke in Oberschleißheim hat er einst seine ersten Ruderschläge gemacht, jetzt blickt Olympiasieger mit Wehmut – aber auch mit großer Hoffnung – auf die langsam zerfallende Anlage.
Guido Verstegen
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Ruderer Oliver Zeidler im Dezember 2024 bei der Gala für die Auszeichnung "Sportler des Jahres".
Ruderer Oliver Zeidler im Dezember 2024 bei der Gala für die Auszeichnung "Sportler des Jahres". © Bernd Weißbrod/dpa

Oliver Zeidler hat fast alles gewonnen, was man im Rudersport gewinnen kann: 2024 ließ er sich in Paris als Olympiasieger feiern, im gleichen Jahr wurde er zu Deutschlands Sportler des Jahres gekürt, bei den Weltmeisterschaften 2026 in Amsterdam holte er sich seinen vierten WM-Titel im Einer.

Wenn er über München und Olympia spricht, wird der gebürtige Dachauer nachdenklich – schließlich hat für ihn auf der Regattastrecke in Oberschleißheim alles begonnen. Und da schmerzt sein Blick in die Zukunft.

Zeidler bemängelt "die abgefucktesten Trainingsbedingungen der Welt"

Die Anlage entstand für die Olympischen Sommerspiele 1972, war Austragungsort der Wettkämpfe im Kanurennsport und Rudern. Sie steht seit 2018 unter Denkmalschutz und ist in einem besorgniserregenden Zustand.

"Wenn man so ein bisschen auf Rocky-Style und die abgefucktesten Trainingsbedingungen der Welt steht, ist man hier genau richtig", sagt der 30-Jährige im Interview mit "BR24 Sport": "Aber ich glaube, wenn wir international erfolgreich sein wollen, dann muss da noch einiges passieren."

"Man lässt die Anlage wirklich verfallen, was mir von Herzen wehtut"

Nicht nur die altehrwürdige Tribüne ist baufällig, beim Gang über das Gelände wirkt alles marode.

Blick von der maroden Tribüne auf die Regattastrecke Oberschleißheim. (Archivbild)
Blick von der maroden Tribüne auf die Regattastrecke Oberschleißheim. (Archivbild) © IMAGO/imagebroker

Zeidler: "Man lässt die Anlage wirklich verfallen, was mir von Herzen wehtut – mein Großvater hat hier 1972 seine Goldfahrt gehabt, ich habe hier das Rudern gelernt, ich war hier zehn Jahre jeden Tag zum Training."

Oliver Zeidler: "Das Wasser ist einmalig – das beste Gewässer der Welt"

Zeidler wünscht sich nichts sehnlicher als eine Olympia-Zusage für München als Ausrichter. Denn: "Die Regattastrecke hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin."

2024 wurde Oliver Zeidler in Paris Olympiasieger. Der 30-Jährige wünscht sich, dass München die Olympia-Zusage bekommt, damit seine Heim-Regatta-Anlage in Oberschleißheim wieder auf Vordermann gebracht wird.
2024 wurde Oliver Zeidler in Paris Olympiasieger. Der 30-Jährige wünscht sich, dass München die Olympia-Zusage bekommt, damit seine Heim-Regatta-Anlage in Oberschleißheim wieder auf Vordermann gebracht wird. © Sebastian Kahnert/dpa

Das Wasser sei einmalig – "das beste Gewässer der Welt", um Ausscheidungsrennen und Regatten zu fahren, betont der Ausnahme-Sportler. Der 30-Jährige drückt die Daumen für die Münchner Olympia-Bewerbung: "Dann wäre mal wieder Druck auf dem Kessel, dass wirklich mal was angepackt wird. Und ich wünsche das einfach auch den nächsten Generationen, dass sie die Infrastruktur hier ordentlich nutzen können."

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