"Dann fehlt schlicht ein Arzt": Alarm um Intensivstationen in München
Die Ärztinnen und Ärzte auf den Intensivstationen der München Klinik Harlaching kritisieren den geplanten Personalabbau. Das teilt der Marburger Bund Bayern in einer Pressemitteilung mit. Ab Januar 2027 sollen die ärztlichen Teams der internistischen, anästhesiologischen und neurologischen Intensivstationen zusammengelegt und personell reduziert werden. Das gefährde die Patientenversorgung.
"Für 18 Intensivbetten, perspektivisch bis zu 24, sind nach den Plänen der Geschäftsführung 18,5 ärztliche Vollkräfte vorgesehen. Nach Berechnungen der betroffenen Ärztinnen und Ärzte lassen sich damit lediglich zwei ärztliche Dienstschienen für drei räumlich getrennte Intensivstationen aufrechterhalten", so der Ärzteverband.
Die ärztlichen Teams übernehmen laut MB Bayern neben der Versorgung schwerstkranker Patienten weitere Notfallaufgaben für das gesamte Krankenhaus.
Reanimationen, Schockraum, Notfall-Geburtshilfe
Was in Harlaching alles geleistet wird: Reanimationen, Schockraumeinsätze und die Versorgung geburtshilflicher Notfälle. Harlaching ist zudem ein überregionales Traumazentrum. Hinzu kämen unter anderem überregionale ECMO-Einsätze, bei denen ein spezielles Herz-Lungen-Unterstützungsverfahren angewendet wird.
Was in Harlaching droht: "Wenn auf der Intensivstation eine Patientin instabil wird, ein Schwerverletzter eingeliefert wird und im Haus eine Reanimation läuft, dann fehlt in diesem Modell schlicht ein Arzt", sagt Dr. Andreas Botzlar, Landesvorsitzender des Marburger Bundes Bayern. "Notfallmedizin lebt von Vorhaltung. Wer hier kürzt, spart nicht Personal, sondern Sicherheit."
Forderung: Entscheidung aussetzen!
Der Marburger Bund Bayern fordert den Aufsichtsrat der Klinik auf, in seiner Sitzung am Donnerstag die Entscheidung auszusetzen. "Vor einer Entscheidung müssen die Berechnungsgrundlagen für die ärztliche Personalbemessung offengelegt und die Auswirkungen auf Patientensicherheit, Notfallversorgung und ärztliche Weiterbildung unabhängig und fachlich fundiert geprüft werden."
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