Da lachen ja die Hühner! Die Bundespolizei am Hauptbahnhof hat auf einmal einen gefiederten Gast

Die Bundespolizei hat es ja Bahnhöfen und Grenzen oft mit etwas gröberen Angelegenheiten zu tun. Da ist mal eine Schlägerei am Hauptbahnhof oder ein Betrunkener pöbelt hin und wieder. Dann sind die Männer in den dunklen Uniformen zur Stelle. Doch tierische Einsätze wie diesen erleben sie wohl eher selten.
So hat am frühen Freitagabend (30. Januar) gegen 17.30 Uhr eine Frau am Hauptbahnhof ein dunkelbraunes Huhn im Fundbüro der Deutschen Bahn abgegeben: relativ klein, offensichtlich herrenlos. Wer vergisst denn sein Huhn am Hauptbahnhof, fragt man sich da unweigerlich.
"Auch gefiederte Reisende haben Anspruch auf Hilfe"
Das Tier wurde zuvor offenbar am nördlichen Ausgang zur Arnulfstraße gefunden. Möglicherweise hatte es sich auch verlaufen, obwohl die Zeiten bekanntlich lange vorbei sind, als noch in der Stadt gewiss auch Hühner gehalten wurden.
Das Fundbüro kontaktierte offenbar - möglicherweise etwas ratlos - die Bundespolizei. Die wählte die Nummer des Vogelnotdienstes. Doch hier war am Freitagabend niemand erreichbar. Kurzerhand brachten die Beamten das gefiederte Tier in die Dienststelle und versorgten es mit Wasser und Haferflocken. Auch gefiederte „Reisende“ haben Anspruch auf Hilfe, schreibt die Bundespolizei in einer Presseinfo mit einem Augenzwinkern.
Nun ist Henrietta wohlbehalten beim Vogelnotdienst
Kurzerhand wurde das Tier getauft. Henrietta hieß sie, mindestens bis zum Morgen. Auch in den Nachtstunden erreichten die Beamten offenbar niemanden vom zuständigen Vogelnotdienst. "Henrietta wurde fürsorglich durch die Nachtschicht begleitet", schreibt die Bundespolizei, "um sie wohlbehalten und ausgeschlafen an die Tagschicht zu übergeben."
Am Samstagmorgen konnte Henrietta wohlauf an den Vogelnotdienst Olching übergeben werden. Schade eigentlich. So ein Huhn als Dienststellen-Haustier der Bundespolizei ist eine sympathische Vorstellung.