"Da ist noch einer drin": Tödlicher Unfall auf Schrottplatz in Obersendling

Ein 82-Jähriger setzt sich in ein ausrangiertes Auto. Als ein Mitarbeiter der Recyclingfirma aus Obersendling das Wrack mit dem Greifarm seines Baggers bearbeitet, kommt es zum tragischen Unglück. 
von  Ralph Hub
Ein Autowrack wird bei einem Recyclingbetrieb, mit dem Greifarm eines Baggers in die Schrottpresse verfrachtet. (Symbolbild)
Ein Autowrack wird bei einem Recyclingbetrieb, mit dem Greifarm eines Baggers in die Schrottpresse verfrachtet. (Symbolbild) © Guido Kirchner

Ein Mitarbeiter eines Autoverwerters in Obersendling bereitet einen ausrangierten Wagen zur Verschrottung vor. In dem Fahrzeug sitzt noch ein Mensch. Was der 82-Jährige am Mittwochnachmittag in dem Wrack auf dem Firmengelände wollte, ist unklar. Der 82-Jährige aus München ist selbst Händler für Gebrauchtteile und Reifen, hat eine eigene Firma. Vermutlich interessierte er sich für einige noch brauchbare Bauteile des Schrottautos und hatte sich deshalb in das Wrack gesetzt. Niemand wusste davon.

82-Jähriger setzt sich unbemerkt in Wrack

Tragischerweise suchte sich ein 60 Jahre alter Mitarbeiter der Recyclingfirma in der Geretsrieder Straße genau jenes Fahrzeug aus, in dem der 82-Jährige saß. Er wollte das Wrack als Nächstes für die Schrottpresse vorbereiten. Dazu drückte der Mann mit dem Greifarm seines Baggers zunächst das Dach des Autos komplett flach. Dann drehte er das Fahrzeug mit dem Greifer auf den Rücken, sodass die Reifen nach oben zeigten. Anschließend sollte das Wrack in die Schrottpresse kommen.

Kunde wird Zeuge der Tragödie

Im selben Moment kam zufällig ein Kunde vorbei. Er warf aus reiner Neugier einen kurzen Blick auf das zerdrückte Wrack. Entsetzt rief der Mann: "Da ist noch einer drin". Doch es war zu spät. Der Wagen war bereits so weit deformiert, dass der 82-Jährige im Innenraum keine Chance mehr hatte, zu überleben. Der Rettungsdienst wurde alarmiert. Der 82-Jährige war bereits tot.

Keine Rettung mehr möglich

Feuerwehrleute bargen die Leiche des Schrotthändlers mithilfe von Hydraulikgeräten aus dem Wrack. "Der Mann hat ein tödliches Polytrauma erlitten", sagte Polizeisprecher Sven Müller. Die Verkehrspolizei ermittelt, geht aber nach derzeitigem Stand von einem tragischen Arbeitsunfall aus.

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