Corona-Variante B.1.1.529 in München: Wie gefährlich ist Omikron?

Die ersten in Deutschland nachgewiesenen Fälle der neuen Variante des Coronavirus, B.1.1.529, auch Omikron genannt, sind in München. Noch ist die Erkenntnislage zur Schwere der Symptome dünn, es gibt aber erste Beobachtungen aus dem Ursprungsland.
| AZ/dpa
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Die Omikron-Variante(B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein.
Die Omikron-Variante(B.1.1.529) war zuerst im südlichen Afrika nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft sie als "besorgniserregend" ein. © Pavlo Gonchar/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

München – Sie kam wohl über einen Flug von Südafrika nach München: die neue, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestufte Corona-Variante B.1.1.529. Mittlerweile mit dem weniger sperrigen Namen "Omikron" bezeichnet sorgt die Variante, deren Spike-Protein ungewöhnlich viele Mutationen aufweist, weltweit für Aufregung. Zahlreiche Länder stellen den Flugverkehr mit Ländern aus dem südlichen Afrika ein, Israel hat seine Grenzen bereits für alle Ausländer geschlossen. Die Forschung versucht seitdem fieberhaft zu untersuchen, wie ansteckend Omikron ist – und wie schwer Infizierte erkranken. 

Nach Angaben des Max-von-Pettenkofer-Instituts wurde Omikron bei zwei Reisenden nachgewiesen, die am 24. November mit einem Flugzeug aus Südafrika in München eingetroffen waren. Die Betroffenen hätten laut Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) selbst vorausschauend eine Untersuchung auf die Virusvariante veranlasst, nachdem sie aus den Medien von der Gefahr erfahren hätten. Die Behörden in Hessen untersuchen den Fall eines weiteren Reiserückkehrers aus Südafrika, bei dem laut Sozialministerium ein "hochgradiger Verdacht" vorliegt.

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Omikron: Mediziner in Südafrika schildern erste Erkenntnisse

Bei den beiden Fällen in München steht nach Angaben des Virologen Oliver Keppler eine Genomsequenzierung noch aus. Aber es sei "zweifelsfrei bewiesen, dass es sich um diese Variante handelt", sagte der Leiter des Max-von-Pettenkofer-Instituts auf Anfrage. Die Kombination aus einem mutationsspezifischen PCR-Test und der Reiseanamnese lasse keinen Zweifel zu.

Ein Chip wird in einem Labor für eine Genomsequenzierung beladen. Das Auftreten der Omikron-Variante in Deutschland wurde mittlerweile nachgewiesen. (Symbolbild)
Ein Chip wird in einem Labor für eine Genomsequenzierung beladen. Das Auftreten der Omikron-Variante in Deutschland wurde mittlerweile nachgewiesen. (Symbolbild) © Arne Dedert/dpa

Wie gefährlich ist Omikron? Die bislang mit der neuen Variante infizierten Menschen in Südafrika sind nach Angaben der dortigen Mediziner-Vereinigung (SAMA) bislang zumindest nicht schwer erkrankt. Die Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands, Angélique Coetzee, sagte der BBC, dass die bisher in ihrem Land festgestellten Fälle nicht schwerwiegend seien. Allerdings seien die Untersuchungen zu dieser Variante noch in einem sehr frühen Stadium. In dem Land seien nur rund 24 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

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Ungewöhnliche, aber milde Omikron-Symptome: Gliederschmerzen und extreme Müdigkeit

Sie fügte hinzu, die Symptome der neuen Variante seien zwar ungewöhnlich, aber mild. "Die Patienten klagen meist über einen schmerzenden Körper und Müdigkeit, extreme Müdigkeit, und wir sehen es bei der jüngeren Generation, nicht bei den älteren Menschen", sagte sie. Es handele sich nicht um Patienten, die direkt in ein Krankenhaus eingeliefert würden, sagte Coetzee.

Keiner von ihnen habe von einem Geschmacks- oder Geruchsverlust berichtet. "Ihre Symptome waren so anders und milder als die, die ich zuvor behandelt hatte". Coetzee war den Angaben zufolge die erste südafrikanische Ärztin, die die Behörden am 18. November auf Patienten mit einer neuen Variante aufmerksam gemacht hatte.

Dem "Telegraph" sagte sie, man müsse sich aber Sorgen machen, dass die neue Variante ältere Menschen, die zusätzlich an Diabetes oder Herzkrankheiten litten, viel härter treffen könnte. In Südafrika sind nur etwa sechs Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt.

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Letzter Flug von Südafrika nach München: Zwei PCR-Tests positiv

Einen Sonderfall stellen die Passagiere dar, die am Freitagabend in einer weiteren Maschine aus Südafrika in München landeten. Es war der letzte planmäßige Flug, der vor Inkrafttreten der neuen Regelungen in München eintraf. Bayerns Gesundheitsministerium ordnete strenge Test- und Quarantäne-Bestimmungen an. Den Flughafen haben die rund 300 an Bord befindlichen Passagiere aber mittlerweile verlassen. Bei zwei Passagieren waren die PCR-Tests positiv. Ob auch sie die neue Omikron-Virusvariante in sich tragen, war zunächst unklar. 

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