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Corona-Protest in München: Weniger, frustrierter, aggressiver

Auch diese Woche Mittwoch haben sich Pandemie-Leugner, Kritiker der Maßnahmen und Impfskeptiker in der Stadt getroffen. Die Zahl der Protestierenden nimmt ab – dafür ist die Stimmung aufgeheizter.
| Paul Nöllke
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Am Marienplatz sind Protestler und die Polizei aneinandergeraten.
Am Marienplatz sind Protestler und die Polizei aneinandergeraten. © imago/Leonhard Simon

München - Auf der Theresienwiese blieb alles ruhig. Nur 29 Personen waren am Mittwoch zum angemeldeten Protest gegen die Corona-Maßnahmen hierher gekommen. Der Rest - laut Polizei etwa 3.000 Menschen - traf sich wie schon in den Wochen zuvor zum unangemeldeten Protest in der Innenstadt. Ruhig blieb es hier allerdings nicht.

Polizei kesselte Protestler am Marienplatz ein

Gegen 19 Uhr kesselte die Polizei, die am Abend mit etwa 1.000 Beamten im Einsatz war, vor dem Kaufhof am Marienplatz etwa 1.500 Leute ein, die dort mit Pfiffen und Rufen auf sich aufmerksam gemacht hatten.

Vor dem Kaufhof kesselt die Polizei eine Ansammlung ein. Wer sich nicht entfernt, dem droht ein Bußgeld.
Vor dem Kaufhof kesselt die Polizei eine Ansammlung ein. Wer sich nicht entfernt, dem droht ein Bußgeld. © Petra Schramek

"Ich wusste gar nicht, wo ich da reingeraten war", erzählt eine Frau der AZ, die nach dem Einkauf versehentlich in den Polizeikessel gelaufen war: "Plötzlich waren überall diese Menschen." Die Polizisten hätten dann alle aufgefordert, sich zu zerstreuen. Die Personen, die übrig geblieben seien, hätten eine Anzeige bekommen.

"Es war aber gar nicht so einfach, da rauszukommen", sagt die Einkäuferin. Zurück blieben etwa 700 Menschen, deren Personalien von der Polizei festgehalten wurden. Ihnen drohen nun Bußgelder von bis zu 3.000 Euro.

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Mehrere Demonstranten waren mit Messern bewaffnet

Um sich den Anzeigen zu entziehen, versuchten die Demonstranten, auch Polizeiketten zu durchbrechen. Die Beamten setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein, dabei wurden drei Demonstranten und zwei Polizisten verletzt. Zudem wurden drei Personen festgenommen. Einer davon - ein 44-Jähriger aus dem Oberallgäu - befand sich auch tags darauf noch in Gewahrsam. "Er trat äußerst renitent auf", so ein Polizeisprecher. Zudem sei er, wie mehrere andere Demonstranten auch, mit einem Messer bewaffnet gewesen.

Dieser Mann ist recht leicht als Demonstrant zu erkennen.
Dieser Mann ist recht leicht als Demonstrant zu erkennen. © Petra Schramek

"Wir sehen, dass die Mobilisierung ein wenig abnimmt", erklärt ein Sprecher der Polizei. Es seien weniger Menschen unterwegs. Bei den Protesten seien inzwischen zwar immer noch "Leute aus dem bürgerlichen Spektrum", aber inzwischen "auch viele hochproblematische Personen".

So zum Beispiel auch ein Mann, der vor dem jüdischen Zentrum am St.-Jakobs-Platz festgenommen wurde. Ein Autokorso der Impf- und Maßnahmengegner mit 41 Autos und 85 Teilnehmern zur gleichen Zeit verlief ohne Zwischenfälle.

Auch ein angemeldeter Gegenprotest fand am Abend auf dem Odeonsplatz statt. Unter dem Motto "München solidarisch" hatten sich hier etwa 400 Menschen versammelt. Hier kam es laut Polizei zu keinen Vorkommnissen.

Eine "Impfspritze" beim erlaubten Gegenprotest am Odeonsplatz. Hier kamen etwa 400 Personen zusammen.
Eine "Impfspritze" beim erlaubten Gegenprotest am Odeonsplatz. Hier kamen etwa 400 Personen zusammen. © Petra Schramek
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