Corona-Krise: Blutkonserven in München werden knapp

Das BRK stellt fest: Immer weniger Menschen kommen zum Blutspenden. "Wir sind am unteren Rand", sagt ein Sprecher.
| Nina Job
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München - In Bayern werden jeden Tag etwa 2.000 Blutkonserven benötigt. Jede Einzelne kann bis zu drei verletzte oder kranke Menschen retten. Doch in Corona-Zeiten hat die Bereitschaft vieler Bayern, Blut zu spenden, zuletzt stark abgenommen. Nicht so drastisch wie in Nordrhein-Westfalen, wo sich besonders viele Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben. Doch auch in Bayern wird das Blut knapp.

Tausende Patienten sind auf Blutpräparate angewiesen

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) schlägt Alarm. Sprecher Patric Nohe vom Blutspendedienst: "In einigen Gebieten in Bayern hat die Bereitschaft sehr, sehr stark nachgelassen. Im Moment ist die Versorgung noch gewährleistet. Aber wir befinden uns am unteren Rand."

Ein Problem: Zur Corona-Pandemie kommt, dass auch die saisonale Grippewelle noch nicht abgeklungen ist. Nicht alle, die sonst regelmäßig zum Spenden gehen, sind derzeit gesund. Deshalb fallen sie als Spender aus. Aber auch irrationale Ängste halten potenzielle Spender derzeit davon ab, zu helfen. "Es ist uns wichtig, darauf hinzuweisen, dass beim Blutspenden kein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht", sagt BRK-Mann Nohe. Er appelliert an alle Gesunden: "Wir brauchen kontinuierliches Engagement." Denn: Blutkonserven haben nur eine begrenzte Haltbarkeit: 42 Tage.

Angewiesen auf Spenderblut sind bei weitem nicht nur Menschen, die auf eine lebensrettende Organspende warten oder bei Unfällen schwer verletzt worden sind. Etwa ein Fünftel aller in Bayern benötigter Blutpräparate wird für Krebspatienten gebraucht. Patienten mit Tumorerkrankungen, die sich in einer Chemo- oder Strahlentherapie befinden, sind auf die kontinuierliche Gabe von Blutpräparaten angewiesen, um die Nebenwirkungen dieser Therapien zu überstehen.

Blutspenden können Menschen ganz verschiedenen Alters.
Blutspenden können Menschen ganz verschiedenen Alters. © Stefan Heigl/Pro7/Sat.1

Bevor die Nadel kommt, wird erst Fieber gemessen

Ängste davor, dass sich Patienten über Spenderblut mit dem Coronavirus infizieren könnten, sind nach derzeitigem Stand der Wissenschaft unbegründet, betonen Experten. "Es gibt keinerlei Hinweise, dass es sich über das Blut überträgt", versichert Patric Nohe. Sowieso dürfen nur Gesunde Blut spenden.

Bis zum Alter von 73 Jahren dürfen auch Senioren noch spenden

Wer mit Husten oder Schnupfen zum BRK-Termin erscheint, wird wieder weggeschickt. Spenden darf auch nicht, wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat oder Kontakt zu Menschen gehabt hat, bei denen Corona-Verdacht besteht. Bevor Blut abgenommen wird, wird bei jedem Spender erst einmal Fieber gemessen. Auch ein Vorab-Arztgespräch gehört zur Vorbereitung. Erst dann wird die Nadel angelegt.

Das BRK ist der mit Abstand größte Blutspendedienst in Bayern. Alles in allem dauert eine Blutspende rund 90 Minuten. Spenden darf jeder Gesunde ab dem 18. Geburtstag und bis einen Tag vor seinem 73. Geburtstag. Erstspender können bis zum Alter von 64 Jahren spenden. Frauen dürfen vier Mal im Jahr, Männer sechs Mal spenden. Zwischen zwei Spenden müssen 56 Tage liegen.

Zur Blutspende muss man einen Personalausweis, Reisepass oder Führerschein (Original) mitbringen oder – falls vorhanden – den Blutspendeausweis. Das BRK organisiert jährlich rund 4.400 mobile und mehr als 1.000 stationäre Blutspendetermine. Alle Termine und Infos unter 0800/1194911 (8-17 Uhr), blutspendedienst.com

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