Corona-Alltag: Rathaus-Hausmeister findet es gespenstisch

Peter Suermann (59) ist Chef vom Hausservice Rathaus – in Corona-Zeiten ist das ein einsamer Ort.
| Protokoll Emily Engels
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Artikel empfehlen
Der Chef-Hausmeister Peter Suermann sitzt auf einem Geländer im Rathaus. Es gibt hier nicht so viel zu tun wie sonst.
Daniel von Loeper Der Chef-Hausmeister Peter Suermann sitzt auf einem Geländer im Rathaus. Es gibt hier nicht so viel zu tun wie sonst.

München - Den Marienplatz habe ich noch nie so gespenstisch erlebt wie derzeit. Dabei kenne ich ihn gut, habe sogar 13 Jahre in einer Dienstwohnung im Rathaus gelebt. Wir vom Hausservice Rathaus erledigen viele feste Tätigkeiten – darunter Wartungen, Instandsetzungen und Wasseraufbereitungen.

Im Team haben wir Elektriker, Schlosser, Pförtner. Auch die Höfe müssen trotz Corona gekehrt und der Müll weggebracht werden. Obwohl viele Rathaus-Beschäftigte aktuell aus dem Homeoffice arbeiten, gibt es noch immer Papiermüll. Manche scheinen wohl die Zeit zu nutzen, um ihre Büros oder Schreibtische auszumisten.

Wir vom Hausservice betreuen auch sämtliche Veranstaltungsräume im Neuen und im Alten Rathaus, also auch den Großen und Kleinen Sitzungssaal während der Stadtratssitzungen. Die fallen aktuell natürlich fast komplett weg. Auch um die alltäglichen Probleme aus den einzelnen Büros im Rathaus, etwa den wackelnden Stuhl oder die defekte Heizung, müssen wir uns aktuell kaum kümmern. Vor Corona waren wir täglich etwa 33 Leute im Team, aktuell kommen wir mit weniger aus. Für viele Mitarbeiter ein Vorteil: Denn einige haben Resturlaub, den sie jetzt gut nehmen können.

Münchner Rathaus: Hausmeister im Homeoffice

Für mich als Leiter des Hausservices fallen auch trotz Corona weiterhin eine Menge Aufgaben an wie die Beschaffung von Material und die Personalsachbearbeitung. Im Büro sind wir normalerweise zu dritt oder zu viert, aktuell wechseln wir aber zwischen Homeoffice und Präsenztagen.

Deutlich mehr anwesend müssen die Handwerker sein. Sie sind zwar immer mal einen Tag auf Abruf zu Hause, arbeiten aber in der Regel weiterhin vor Ort im Rathaus. Ich bin persönlich um jeden Tag froh, an dem ich nicht von Schrobenhausen aus mit Zug und S-Bahn zum Marienplatz pendeln muss. Denn ich werde heuer 60 Jahre alt.

Corona ist bei uns auch daheim ein Dauerthema. Meine Frau ist Krankenschwester, arbeitet in unterschiedlichen Schichten. Wir sehen uns zwar genauso wenig oder viel wie vor Corona, passen aber dennoch besonders auf. Auch meine zwei Kinder, eine Schülerin und ein Student, bleiben momentan zu Hause. Wir sind uns alle der Gefahren bewusst und versuchen, uns bestmöglich zu schützen. Wir hoffen, dass wir alle gesund bleiben – und dass dieser Spuk bald vorbei ist.

Lesen Sie auch: Vor welche Probleme die Pandemie eine Gärtnerei stellt

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – hier diskutieren Artikel empfehlen
0 Kommentare
Artikel kommentieren