Confetti in Pasing: Ex-Wirt verklagt die Stadt München

Jahrelange Bauarbeiten: Max Winter will 125.000 Euro Schadenersatz für den Umsatzverlust in seinem Szenelokal in München-Pasing.
| John Schneider
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Nach der Verhandlung: Max Winter im Flur des Justizpalastes.
jot Nach der Verhandlung: Max Winter im Flur des Justizpalastes.

München - Das Szenelokal Confetti am Pasinger Marienplatz war ein Erfolgsmodell. Seit 1992 wurde es von Max Winter (65) geleitet. Lange Jahre brummte der Betrieb. Doch dann kamen die Baustellen.

Für Tramgleise, Fernwärme-Rohre und Stadtteilsanierung wurde die Pasinger Innenstadt rund um die Mariensäule immer wieder aufgerissen. Die Baustellen machten den Zugang zum Lokal schwieriger, die Folge war ein Rückgang der Gästezahlen.

Pasinger Marienplatz sollte schöner werden

Ende 2015 schloss Max Winter das Confetti endgültig ab. Die Stadt hatte andere Pläne mit dem denkmalgeschützten Haus. Das Confetti passte nicht mehr ins Konzept. Winter lebt inzwischen nach eigenen Angaben von Hartz IV.

Die Probleme haben ihn vor allem psychisch mitgenommen. "Ich war mehrmals in Behandlung", erklärt der 65-Jährige nach der Verhandlung. Sein Kampfgeist scheint aber ungebrochen. Was von 2009 bis 2015 an Baustellenlärm und -dreck den Betrieb des Lokals störte, beschäftigt deshalb jetzt noch einmal das Landgericht in München.

Winter hat im vergangenen Jahr Klage erhoben. Er will 125.000 Euro Schadenersatz für die damals erlittenen Umsatzverluste des Confetti. Er war auch nicht der einzige Leidtragende, berichtet Max Winter vor Gericht. Für 140 Betriebe sei die jahrelange Bautätigkeit im Pasinger Zentrum tödlich gewesen, erklärt der ehemalige Betreiber des Confetti.

Vertreter der Stadt setzt sich zur Wehr

Was bei der Sanierung schließlich herausgekommen sei, empfinde er als "katastrophal". Das will der Vertreter der Stadt nicht so stehen lassen. Bei der Verhandlung im Justizpalast am Mittwoch erklärt er, dass die Sanierung in seinen Augen gelungen sei und er jetzt persönlich lieber das Pasinger Zentrum ansteuere als früher.

Für die Tram- und Fernwärme-Baustellen sei zudem nicht die Stadt verantwortlich. Wenn Winter dafür Entschädigung haben wolle, müsse er sich an die Stadtwerke wenden. Klingt eher unversöhnlich.

Der Vorsitzende Richter Frank Tholl will die Hoffnung auf einen Vergleich aber noch nicht aufgeben. Jetzt soll erst mal die Stadt ihre Hausaufgaben machen und offenlegen, wo sie rund um das Confetti Baustellen einrichten ließ. Auf dieser Grundlage kann das Gericht dann einen Vergleichsvorschlag machen. Der Prozess wird erst einmal schriftlich fortgesetzt.

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