Chef der BMW-Welt: „Gegenentwurf zu Sotschi“

Falls die Spiele 2022 in München stattfinden, gehört er zu den Olympia-Nachbarn: Der Chef der BMW Welt, warum er für eine Bewerbung ist.  
| Thomas Becker
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Der Chef der BMW Welt, Thomas Muderlak, ist für Olympia in München.
AZ-Montage Der Chef der BMW Welt, Thomas Muderlak, ist für Olympia in München.

Falls die Spiele 2022 in München stattfinden, gehört er zu den Olympia-Nachbarn: Der Chef der BMW Welt, warum er für eine Bewerbung ist.

München - Im AZ-Interview spricht der Chef der BMW Welt, Thomas Muderlak, darüber wieso er für die Olympischen Spiele 2022 in München ist.

AZ: Herr Muderlak, Sie haben zusätzlich zu Ihrem Job als Chef der BMW Welt noch die Aufgabe als Sprecher der Tourismusinitiative „OJa22“ übernommen. Was ist so besonders an Olympia?

THOMAS MUDERLAK: Zwei Dinge: vorneweg der Sport. Dieses Weltfriedensfest nach München zu holen, ist für mich eine große Motivation und ein großes Ziel. Ein Punkt, der mir in der ganzen Diskussion, die Gottseidank stattfindet, jedoch viel zu kurz kommt, ist der Sport. Es geht um Politik, um Struktur und um Kosten, aber zu wenig um Sport – und der ist meine Haupt-Triebfeder.

Und was noch?

Zum Zweiten bin ich ein Stück weit Kind der 72er Spiele, war aber mit damals drei Jahren leider zu klein, um sie aktiv mitzubekommen. Aber ich habe noch Jahrzehnte danach in begeisterte Augen geschaut, die mir von Olympia erzählt haben. Und diesen olympischen Geist 50 Jahre danach nochmal nach München zu holen, motiviert mich dazu, dafür einzustehen.

Gibt es einen besonderen olympischen Moment, an den Sie sich immer wieder erinnern?

Von Olympia-Gegnern kam ja interessanterweise die These, dass es völlig egal sei, wo die Spiele stattfinden. Die haben dann mehrere Leute gefragt, wo Rosi Mittermaier ihre Goldmedaille gewonnen hat – und nicht jeder hatte sofort die Antwort parat. Bei mir hat es sofort Klick gemacht: Axamer Lizum, logisch! Das weiß einfach jeder, der wintersportbegeistert ist. Insofern war für mich die Frage genau andersrum beantwortet: Wie wichtig es auch ist, nicht nur dass Olympische Spiele stattfinden, sondern auch wo.

Was ist Ihr Sport?

Ich bin ganz breit aufgestellt: Laufen, Skifahren, Segeln.

Sollten die Spiele 2022 tatsächlich nach München kommen, fänden sie praktisch vor Ihrer Haustür statt: gegenüber der BMW-Welt.

Der Olympiapark ist ein Paradebeispiel für nachhaltige Nutzung von olympischen Wettkampfstätten. München 2022 ist vom Konzept her der Gegenentwurf zu Sotschi. Das kann man nicht oft genug sagen. 84 Prozent der Sportstätten sind heute schon existent und in Nutzung, 14 Prozent werden rückstandsfrei zurückgebaut, und ein Prozent wird neu versiegelt – das ist die Hälfte vom Marienplatz. Das ist überschaubar. Wenn man da nicht von nachhaltigen Spielen sprechen kann, dann werden wir das nie sehen. Es ist aber auch fantastisch zu sehen, wie sich die drei Regionen München, Garmisch und Ruhpolding/Berchtesgaden in kürzester Zeit zusammen getan haben – und was dieser olympische Gedanke für eine bindende Kraft entwickeln kann.

Korrekt, dass sich diese Bewerbung ganz anders anfühlt als die für 2018?

Ja, das ist so. 2018 war sehr stark geprägt von der Diskussion in Garmisch – das haben wir diesmal nicht. Es geht vielmehr um die grundsätzliche Frage: Will man olympische Spiele oder nicht? Ein starkes Ja am Sonntag würde helfen, sich wirklich auf die Spiele konzentrieren zu können und ein deutliches Zeichen Richtung IOC zu setzen, dass München wirklich eindeutig hinter den Spielen steht.

Was sagen Sie den noch Unentschlossenen vor dem Bürgerentscheid am kommenden Sonntag?

Gehen Sie zur Wahl! Nehmen Sie dieses demokratische Recht in die Hand und geben Ihre Stimme ab! Je mehr wir an die Wahlurne bekommen, desto besser.

 

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