Carsharing oder eigenes Auto: Was lohnt sich mehr?

Wer überlegt, sich vom eigenen Pkw zu trennen, begründet das oft mit den hohen Kosten. Doch nicht in allen Fällen spart man Geld. Die AZ hilft bei der Berechnung.
| Paul Nöllke
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Kein Zweifel, wer wenig fährt, braucht eigentlich kein eigenes Auto.
AZ Kein Zweifel, wer wenig fährt, braucht eigentlich kein eigenes Auto.

München - Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Menschen ihr Auto abschaffen: Umweltschutz, Sorge vor dem Fahren im hohen Alter oder wegen der Kosten. Gerade Letztere sind oft nicht leicht einzuschätzen. Die AZ hat die wichtigsten Kosten-Faktoren für Sie zusammengetragen.

Zuerst sollte man sich darüber klarwerden, für welche Strecken das Auto gebraucht wird. Pendelt man mit dem Wagen täglich zur Arbeit, fährt man weite Strecken in den Urlaub oder jede Woche zum großen Wocheneinkauf in den Supermarkt? Und können diese Strecken vielleicht auch mit dem Zug, dem öffentlichen Nahverkehr oder einem Leihwagen zurückgelegt werden?

Carsharing ist nicht immer günstiger als das eigene Auto

Wer feststellt, dass er im Alltag das Auto eigentlich kaum nutzten muss und fast alle Strecken (zur Arbeit, zum Einkaufen) mit dem öffentlichen Nahverkehr zurücklegen kann, spart eigentlich in jeder Berechnung Geld. Wer jedoch im Alltag auf ein Auto angewiesen ist und für diese Strecken dann Carsharing oder einen Leihwagen nutzen will, sollte die Kosten genau berechnen.

Nicht immer ist Carsharing günstiger, auch wenn es oft auf den ersten Blick so erscheint. In eine Berechnung sollten als Kostenfaktor beim eigenen Auto die Werkstattkosten, die Betriebs- und Fahrtkosten, etwaige Parkplatzgebühren, Fixkosten wie die Kfz-Steuer, aber auch der Wertverlust eingerechnet werden.

Beim Leihwagen oder Carsharing müssen die Leihgebühren und Anmeldegebühren berechnet werden. Wer vor der Entscheidung steht, sich entweder ein neues Auto zu kaufen oder auf Carsharing umzusteigen, kann sich an groben Messwerten orientieren.

Kein Zweifel, wer wenig fährt, braucht eigentlich kein eigenes Auto.
Kein Zweifel, wer wenig fährt, braucht eigentlich kein eigenes Auto. © AZ

So lohnt sich ein (neues) eigenes Auto nach Berechnungen des ADAC und des "Bundesverbands CarSharing" ab etwa 10.000 gefahrenen Kilometern pro Jahr (800 Kilometer pro Monat). Wer im Jahr weniger als diese Kilometerzahl fährt, könnte mit einem günstigen Carsharing-Anbieter Geld sparen.

Anders schaut es allerdings aus, wenn die Überlegung ist, das eigene, gut funktionierende Auto abzuschaffen und stattdessen Carsharing zu nutzen. Das lohnt sich finanziell oft nur, wenn man weniger als 300 Kilometer im Monat fährt.

Stattauto, Sixt, Share Now: Die Carsharing-Anbieter in München

In München gibt es besonders viele Carsharing-Anbieter. Sie unterscheiden sich in ihren Angeboten in Preis, Verfügbarkeit und Geschäftsmodell.

Stattauto: Dieser Carsharing-Anbieter ist einer der ältesten in München. 1992 gegründet, will sich das Unternehmen auch sozial engagieren und bietet zum Beispiel Bedürftigen und Langzeitarbeitslosen Jobs im Unternehmen. Eine Mitgliedschaft kostet 500 Euro Kaution, 40 Euro Aufnahmegebühr und dann 6 Euro im Monat. Dazu kann eine Versicherung abgeschlossen werden, die pro Jahr 68 Euro kostet. Die Leihgebühr für einen Kleinwagen beträgt zum Beispiel 26,50 Euro für 24 Stunden.

Sixt Share: Der Mietwagen-Verleiher Sixt bietet nun auch Carsharing. Die Buchung läuft über eine App, der Fuhrpark umfasst viele verschiedene Fahrzeuge. Je nach Tageszeit und Auslastung variieren die Preise, die Miete für ein Auto beginnt bei 9 Cent pro Minute oder 59 Euro pro Tag.

Share Now: Das Angebot Share Now wird in einer Kooperation von Daimler und BMW angeboten, die Autos kommen daher immer von einem der beiden Autohersteller (BMW, Mini, Mercedes, Smart). Die Buchung funktioniert mit einer App, die Autos können innerhalb des Geschäftsgebietes im Stadtgebiet geparkt werden. Nutzer zahlen nichts für das Parken, Tanken oder die Versicherung, dafür fangen die Tarife aber bei 19 Cent pro Minute an.

Miles: Dieser Carsharing-Anbieter berechnet nicht die genutzten Minuten, sondern die Kilometer. Dadurch sollen die Nutzer keinem Zeitdruck ausgesetzt sein und sicherer fahren können. Eine Anmeldung ist kostenlos, der Basistarif kostet 89 Cent pro Kilometer und eine zusätzliche Buchungsgebühr von einem Euro pro Buchung. Parkminuten kosten dann nur 29 Cent. Günstiger sind die Langzeit-Tarife, diese kosten 35 Euro (für 6 Stunden und 75 km) oder 59 Euro (für 24 Stunden und 150 Kilometer). Bei Miles kann man auch Lieferwagen mieten.

Lesen Sie hier: E-Scooter-Anbieter verspricht Münchnern kostenlose Wahlfahrten

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