"Carpathian Brigade" kommt nach München: Das sind die rechten Ultras aus Ungarn

Beim letzten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft werden auch ungarische Fans im Münchner Stadion sein. Auch Anhänger der rechten Ultra-Bewegung "Carpathian Brigade" werden erwartet. Die Polizei ist in Alarmbereitschaft.
| AZ/SID
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In Budapest ganz vorne auf den Rängen: Der schwarze Block um die "Carpathian Brigade".
In Budapest ganz vorne auf den Rängen: Der schwarze Block um die "Carpathian Brigade". © imago/Sports Press Photo

München - Die Münchner Polizei rechnet für das letzte EM-Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn mit rund 2.000 ungarischen Fans. Viele davon sind friedlich, doch die Polizei erwartet "rund 200 Angehörige von problematischeren Fanvereinigungen", wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte.

Einen größeren Teil dieser Problem-Fans könnten Anhänger der berüchtigten "Carpathian Brigade" ausmachen. Die meist schwarz gekleideten Anhänger werden von Experten als paramilitärische Gruppierung eingeschätzt, die aus Neonazis besteht. Laut Augenzeugenberichten sollen die Mitglieder der "Brigade" durch homophobe und rassistische Äußerungen aufgefallen sein, auch der Hitlergruß sei gezeigt worden.

"Das ist eine paramilitärische Gruppe, die aus Neonazis besteht", erklärte Bálint Josá, Gründer der ungarischen Organisation "Szubjektív Értékek Alapítvány" ("Stiftung für subjektive Werte") 2016 im Interview mit der "Vice". "Sie sind die gewalttätigste und auch einflussreichste Gruppe in der Kurve." Die meisten Menschen im Stadion seien keine Neonazis, erklärt der Experte, "aber das große Problem ist, dass die lautesten, die stärksten und die sichtbarsten Hooligans und Ultras alle Neonazis sind".

"Carpathian Brigade": Offen ausgelebter Rassismus

Laut der Facebook-Seite der "Carpathian Brigade" wollen sich die ungarischen Fans "in den frühen Nachmittagsstunden" am Wiener Platz treffen, bevor sie ihren Marsch zum Stadion antreten. Die Fans sollten zusammenbleiben und nicht auf jede Provokation reagieren, nachdem die deutschen Medien in den letzten Tagen "Hysterie geschürt" hätten. Auch sollten sie nur Fahnen und Transparente mitbringen, wenn sie diese auch "verteidigen" könnten.

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Die rechte Ultra-Gruppierung hatte bereits bei den ersten beiden Spielen Ungarns in Budapest für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. So berichteten Augenzeugen aus dem Stadion übereinstimmenden Medienberichten zufolge, wie die Anhänger die französischen Spieler rassistisch beleidigt haben sollen. Unter anderem waren demnach nach dem Spiel Affenlaute in Richtung Kylian Mbappé zu hören.

Am vergangenen Sonntag hatte die Europäische Fußball-Union (Uefa) angekündigt, Berichte über Diskriminierungen am EM-Spielort Budapest zu untersuchen. Der Verband teilte mit, dass ein Ermittler eingesetzt worden sei, um eine Untersuchung hinsichtlich "potenziell diskriminierender Vorfälle" durchzuführen.

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Polizei setzt für das Spiel rund 1.500 Beamte ein

Konkrete Erkenntnisse über "geplante Straftaten oder sonstige Störaktionen" gebe es laut Polizei nicht, auch eine "konkrete Gefahrenlage" sei bisher nicht bekannt. Rund um das Duell im Münchner Stadion sollen 1.500 Beamte eingesetzt werden.

"Sollten wir jedoch vor, während oder nach dem Spiel Verstöße feststellen, insbesondere bei rassistischen oder homophoben Äußerungen, werden wir diese unterbinden und konsequent gegen die Täter vorgehen", teilte die Polizei weiter mit. Dazu stehe man "in ständigem Austausch mit den ungarischen Behörden". Auch Bestrafungen im Nachgang seien demnach möglich, etwa durch das Auswerten von Videoaufzeichnungen oder Zeugenaussagen.

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