Call me Drella: Gurken-Drinks im Beichtstuhl

Das frisch eröffnete "Call Me Drella" will mit schrillen Partys von sich Reden machen und bereichert damit Münchens neue Party-Meile.
| Kimberly Hoppe
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Hauptsache anders: Personal im „Call me Drella“.
Jan Hungerland Hauptsache anders: Personal im „Call me Drella“.

München - Es ist der jüngste Neuzugang auf Münchens wilder Party-Meile: Das „Call Me Drella“ gibt es seit nicht mal zwei Wochen, trotzdem weiß schon jeder, der sich für cool hält, dass der Name eine Andy-Warhol-Schöpfung ist: ein Mix aus Dracula und Cinderella.

Den ganzen Namen spricht allerdings niemand aus. „Gehma ins Drella!“, sagen derzeit besonders die Leute, die sich trendy fühlen wollen.

Ist ja auch spannend zu sehen, was aus dem ehemaligen „Baby!“ am Maximiliansplatz geworden ist. Wichtig, um ins Paradiesvögel-Paradies zu kommen: verrückt sein! Also zumindest so ausschauen. Kein Schwarz-Weiß-Look, sondern bunt und freaky. So wie es im „Drella“ auf zwei Ebenen auch ausschaut.

Eine pinke Bar ist unten, oben gibt es eine Apotheken-Bar. Wodka-Bull ist hier von gestern, das soll der Durchschnitt nebenan trinken. Gin-Tonic erlebt gerade ein Revival, es gibt aber auch 1,5-Liter-Champagnerflaschen für 1777 Euro. Aber: „Wer cool sein will, trinkt Moskau Mule – Wodka mit Ginger Ale und Gurke“, erklärt Max Braunmiller („089-Bar“), der hier eher als stiller Teilhaber gesehen werden will.

Vor ein paar Tagen feierte er hier seinen 41. Geburtstag – um verrückt zu sein, hat er sich dafür Federohrringe gekauft, die er tatsächlich auch getragen hat. Seit der Jubel-Party steht im „Drella“ noch ein neuer, verpackter Grill. Leider weiß Max nicht (mehr), wer ihm den geschenkt hat. Via Facebook sucht er gerade nach dem Schenker, um sich bedanken zu können.

Wer Angst vor einem Filmriss hat, sollte auf den Beichtstuhl gehen. Der ist zwar auch gut zum Kennenlernen und Küssen, aber in Wahrheit ist es ein umgebauter Passbild-Automat, wo für zwei Euro Erinnerungsbilder mit der neuesten Eroberung geschossen werden können.

Das Szene-Volk stürzt sich meist weit nach Mitternacht in den Laden, der voller bunter Bilder ist. Zwischen Kuscheltieren, die momentan alle als Party-Souvenir geklaut werden und bereits nachgekauft werden mussten, und einem Wodka-Kühlschrank aus früheren Aubergine-Zeiten fühlen sich die Nachtschwärmer wohl. Die Musik ist tanz- und mitsing-tauglich, der DJ tront über seinen Feier-Jüngern. Alles ist ein bisschen verrückter als anderswo auf der Party-Meile.

Call Me Crazy – passt scho.

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