Münchner Innenstadt: Mega-Projekt vor Comeback
Rund zweieinhalb Jahre nach dem Baustopp hat die frühere Signa-Immobilie Alte Akademie nun offiziell einen neuen Eigentümer. Die Opes Immobilien Gruppe hat den Gebäudekomplex in der Fußgängerzone gekauft. Die unschöne Episode mit dem österreichischen Großpleitier René Benko in der Fußgängerzone ist Geschichte. Nun soll es schnell weitergehen.
Hinter dem neuen Eigentümer steht die Familie des 2021 verstorbenen Milliardärs Heinz Hermann Thiele, dem Gründer des Weltkonzerns Knorr-Bremse. Die Opes will die Alte Akademie nun zusammen mit dem Münchner Projektentwickler Hammer AG fertigstellen – und zwar "zügig", wie Opes am Donnerstag mitteilte. Bis 2029 soll die Alte Akademie fertig werden – und sich in "ein attraktives Quartier in bester Lage für Handel, Gastronomie, Büros und Wohnnutzung" wandeln.

Opes werde die Akademie langfristig im Bestand halten und "damit als Spekulationsobjekt vom Markt nehmen“, teilte das Immobilienunternehmen aus Oberhaching mit. Geschäftsführer Jürgen Büllesbach: "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden diesen Standort mit Respekt und Verantwortung entwickeln.“
Büllesbach weiter: "Wir wollen sie den Münchnern und ihren Gästen rasch in neuem Glanz zurückgeben als einen attraktiven urbanen Ort, wo man aus ganz verschiedenen Gründen immer wieder gerne hingeht und dort Zeit verbringt.“ Davon werde die ganze Münchner Innenstadt profitieren.
Das Grundstück gehört der Opes jetzt auch – die Signa hatte nur ein Erbbaurecht
Opes hatte das Erbbaurecht für die Alte Akademie aus der Insolvenzmasse der pleitegegangenen Signa-Projektgesellschaft gekauft. Außerdem bekam Opes vom Freistaat das Grundstück verkauft. Im Dezember hatte der Haushaltsausschuss im Landtag grünes Licht gegeben. Nach AZ-Informationen lag der Kaufpreis bei insgesamt etwa 180 Millionen Euro. Die Baukosten werden auf 400 Millionen Euro geschätzt.

In dem einstigen Jesuitenkolleg und auf dem Grund, wo früher das Hettlage-Kaufhaus stand, sollen 21.000 Quadratmeter Geschossfläche entstehen. Fürs Erdgeschoss sind Geschäfte und Gastrobetriebe vorgesehen, darüber Büros. Der Schmuckhof soll von der Neuhauser Straße aus öffentlich zugängig werden, auch hier ist Gastro geplant.
"Ein Ort, der Geschichte, Gegenwart und Zukunft in Einklang bringt"
Hans Hammer, der sich fast zwei Jahre lang intensiv mit dem Projekt befasst hatte, sagt: "Wir freuen uns als Münchner Familienunternehmen, dass wir mithelfen können, eine Wunde in der Innenstadt wieder zu schließen.“ Und auch Stadtbaurätin Elisabeth Merk freut sich: "Mit der Übernahme der Alten Akademie durch Opes ist für diesen einzigartigen Ort im Herzen Münchens eine nachhaltige und zugleich qualitätsvolle Perspektive gefunden. Die denkmalgerechte Entwicklung verbindet das baukulturelle Erbe unserer Stadt mit zukunftsweisender urbaner Nutzung.“ Damit werde ein Ort entstehen, "der Geschichte, Gegenwart und Zukunft Münchens auf beispielhafte Weise miteinander in Einklang bringt“.
- Themen:

