Bye-bye, Bartagame!

Ende einer ewigen Suche: Wenn nichts mehr dazwischen kommt, zieht die Auffangstation für Reptilien in den Landkreis Freising.
| Natalie Kettinger
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Die Auffangstation für Reptilien nimmt jedes Jahr rund 1200 Tiere - hier eine Bartagame - auf, von denen nur etwa die Hälfte vermittelt werden kann. Deshalb suchen die Verantwortlichen seit Jahren nach einem neuen Standort.
dpa Die Auffangstation für Reptilien nimmt jedes Jahr rund 1200 Tiere - hier eine Bartagame - auf, von denen nur etwa die Hälfte vermittelt werden kann. Deshalb suchen die Verantwortlichen seit Jahren nach einem neuen Standort.

München / Neufahrn - Seit Jahren sucht das Team der Reptilien-Auffangstation nach einem geeigneten Areal für einen Neubau.

Jetzt sind die Exoten-Experten fündig geworden: In Neufahrn hat der Gemeinderat dem Trägerverein grünes Licht für den Kauf eines Grundstücks gegeben. Kommt nichts mehr dazwischen, wird die Einrichtung in den Kreis Freising ziehen.

Noch ist die Station in der Kaulbachstraße untergebracht. Die LMU hat ihr dort Räume zur Verfügung gestellt, die sie langfristig jedoch wieder selbst nutzen möchte.

Zudem genügt der Platz in Schwabing längst nicht mehr. Tierärzte und Pfleger müssen sich pro Jahr um mehr als 1200 ausgesetzte, beschlagnahmte oder abgegebene Schlangen, Echsen, Schildkröten und Säuger kümmern – Tendenz steigend.

Die gesetzlichen Bestimmungen zur Haltung der Tiere und zum Schutz der Mitarbeiter sind unter diesen Umständen nur mit Mühe einzuhalten.

Stations-Leiter Markus Baur und seine Kollegen haben deshalb ein Konzept für einen „Reptilien-Zoo“ entwickelt: mit einem „Schaubereich“ für Besucher, einer abgeschirmten Abteilung für kranke oder verletzte Tiere und natürlich viel Platz für alle Schützlinge.

Das Grundstück an der Bundesstraße 11, über das die Münchner nun in Neufahrn verhandeln, misst 20 000 Quadratmeter. Für die Zukunftsvision der Verantwortlichen wäre diese Größe ideal. Außerdem baut nebenan der Tierschutzverein Freising. Die rund 250 000 Euro teure Erschließung könnten sich die beiden Institutionen also teilen.

Außerdem ist die Hälfte der Fläche im Grunde schon finanziert – dank einer alten Dame, die der Auffangstation ihr bescheidenes Vermögen vermacht hat. Über die Konditionen für den Rest werde man sich mit der Gemeinde bestimmt verständigen, sagt Stations-Sprecher Patrick Boncourt. Zudem prüfe man verschiedene Förderangebote.

Der Münchner Stadtrat hatte der Auffangstation Ende Juni ein 4650 Quadratmeter großes Gewerbegrundstück in Freiham offeriert, am Rande des dort geplanten Neubaugebietes. Bis Ende September haben die Reptilien-Fachleute offiziell noch Zeit, diesen Vorschlag zu überdenken.

Doch die Entscheidung scheint bereits gefallen zu sein. „Das Angebot der Stadt ist für uns jetzt uninteressant geworden“, sagt Markus Baur. „Schon allein wegen des deutlich höheren Preises für ein deutlich kleineres Grundstück.“

Für das Areal in Freiham hätte der Verein eine siebenstellige Summe aufbringen müssen. In Neufahrn ist lediglich von einem sechsstelligen Betrag die Rede. Ein durchaus überzeugendes Argument.

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