Bunte Häuser in München: Wie finden Sie das?

Frust oder Lust? Unsere Stadt wagt zunehmend starke Fassadenfarben. Welche Regeln gelten? Und wie empfinden Sie? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!
| Joachim Goetz
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Knallbunte Fassaden in München: Nicht jedem gefällt's. Ein paar Beispiele...
oh 8 Knallbunte Fassaden in München: Nicht jedem gefällt's. Ein paar Beispiele...
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Schön bunt oder schön hässlich: Schreiben Sie uns die Meinung unten in der Kommentarfunktion!

Wenn einer wie ein Papagei durch die Stadt läuft, ist das seine Sache und so ein bunter Hund tut unserer gestylten Yuppi-Stadt meist gut.

Bei Gebäuden und ihrem Anstrich ist das anders. Wer drin ist, sieht wenig von der (manchmal fatalen) Außenwirkung. Und die strahlt jahre lang in die Öffentlichkeit. Und geändert werden kann es auch nicht so einfach.

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Deshalb wird über Farbe an Gebäuden auch mehr nachgedacht, geschrieben, geschimpft – als etwa über ein farbenfrohes Hemd. So empfand man etwa das pyramidale, mit rot, gelb, orange gestrichenen Paneelen geschmückte Einkaufs- und Erlebniszentrum namens „Schwabylon“, 1973 kurz nach den olympischen Spielen von Justus Dahinden an der Leopoldstraße 202 erbaut und schon 1979 wieder verschwunden, als provokativen Fremdkörper. Warum eigentlich? War die Zeit nicht reif? War es der Bauherr aus Augsburg?

Heute jedenfalls scheinen die Neubaugebiete der Stadt von Rot, Gelb, Orange regelrecht überschwemmt zu werden. Dunkelrot, Dunkelblau, Grün – auch kein Problem. Kräftige Farben an Gebäuden scheinen akzeptiert. Liegt es an der viel beschworenen zunehmenden Individualisierung und Mobilität?

Schließlich kennen viele andere Farbflecke dieser Welt: Die Insel Burano in der venezianischen Lagune mit ihren fröhlich-farbigen Fischerhäusern, das tiefe Blau der griechischen Inselhäuserwelt oder sogar das farbenfrohe Weltkulturerbe Trinidad auf Kuba.

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Wenn man genauer hinschaut, hat auch in München Farbe Tradition: Kaum ein Bau ist wirklich weiß – was ja zumindest an Gebäuden ja auch eine Farbe wäre. Allerdings waren Gebäude meist in gedeckten Tönen gestrichen: eher Naturtönen. Die Farbpalette reicht von ocker, beige, braun oder grau bis hin zu lindgrün, aber auch zartrosa, hellblau. Wenige Häuser wagen gesättigte Töne – aber dann auch eher Weinrot, Dunkelgrün oder dunkles Blau – keine „reinen“ Farben.

Auffallend verbreitet in München ist allerdings das Gelb. Vielleicht liegt es (wenn keine Verhüllung stört) an der sonnengelb leuchtenden Theatinerkirche, die ursprünglich aber edel hellgrau gewesen sein soll, was bei der derzeitigen Renovierung aber nicht berücksichtigt wird. Oder an der in den 20er Jahren an der Dachauer Straße gebauten Vorzeige-Siedlung „Borstei“, die mit einem satten Ockergelb – neben gedämpftem Grün für die Fassaden aufwartet.

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Sicher ist: Je kräftiger die Farben, desto mehr fordern sie von uns die Antwort: Gefällt es mir – oder nicht? Wissenschaftlich erwiesen ist, dass rot besonders provokativ wirkt. Diese „aggressive“ Farbe erzwingt von jedem eine Entscheidung. Blau hingegen suggeriert Vertrauen, deshalb empfindet man diesen Ton nicht nur für Tankstellen oder Banken als passend sondern auch an manchen Häusern.

Freilich spielt bei Gebäuden auch das Material eine Rolle. So reizt ein roter Ziegelbau selten zur Ablehnung. Die Textur, die raue Oberfläche, und sicher auch die in Jahrhunderten gewachsene Vertrautheit mit dem Werkstoff wecken positive Emotionen. Das wiederum könnte man von theoretisch „Vertrauen erweckenden“ blauen Blechpaneelen kombiniert mit großen spiegelnden Glasflächen nicht behaupten. Ähnliches gilt auch für Wände, die mit glänzenden schwarzen Klinkern verkleidet sind. Sehr dunkle Oberflächen fordern vom Betrachter eher Abstand.

Auffällig aber nachvollziehbar: Veränderungen werden argwöhnisch beäugt.

So haben einst das Pariser Cente Pompidou, die Hundertwasserhäuser in Wien ähnlich wie das Schwabylon die Gemüter erhitzt. Über das vielfarbige Museum Brandhorst oder das goldene Neue Lenbachhaus regt sich heute kaum einer auf.

Die Zeiten haben sich geändert. Op-Art und Pop Art haben die Farbwahrnehmung revolutioniert. Auch die Farbforschung war nicht untätig. Man weiß inzwischen, dass die antiken griechischen Tempel so bunt wie die in ihnen beheimateten Marmorgötter angezogen und die Häuser in Pompeji innen sehr bunt waren. Selbst die cleanen weißen Bauhaushäuser besaßen meistens außen kontrastierende Farbflächen und folgten innen - etwa das von Walter Gropius und Alfred Arndt gebaute Haus Auerbach in Jena - einem durchdachten Farbkonzept.

So sollte die Umgebung eines Hauses genau unter die Lupe genommen werden, das Material, die äußere Form. Denn zuerst einmal springt die Farbe als dominantes Gestaltungsmittel ins Auge. Nicht umsonst setzen Architekten Farbberater und große Firmen Farbpsychologen ein. Und München? Eine Stadtgestaltungskommission!

Frust oder Lust? Wie finden Sie die bunten Fassaden? Lassen Sie uns Ihre Meinung unten in der Kommentarfunktion da!

Haben Sie auch tolle Beispiele für bunte Häuserfassaden in München? Schicken Sie uns Fotos an kultur@az-muenchen.de

 

 

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