Brandstifter auf dem Viktualienmarkt

Ist da ein Feuerteufel unterwegs? Am Montagabend gab es am Viktualienmarkt drei Brände an Verkaufsständen. Eine Person wurde mit einer Rauchvergiftung in die Klinik eingeliefert.
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Abgebrannter Folienvorhang an einem Stand am Viktualienmarkt
Petra Schramek Abgebrannter Folienvorhang an einem Stand am Viktualienmarkt

MÜNCHEN - Ist da ein Feuerteufel unterwegs? Am Montagabend gab es am Viktualienmarkt drei Brände an Verkaufsständen. Eine Person wurde mit einer Rauchvergiftung in die Klinik eingeliefert.

Der beißende Gestank von verschmortem Kunststoff hing gestern noch zwischen einigen der Standl am Viktualienmarkt. Nahe der Schrannenhalle hat ein Unbekannter in der Nacht zum Dienstag dreimal Feuer gelegt. Glücklicherweise entstand nur Sachschaden. Die Flammen wurden rechtzeitig entdeckt und gelöscht. Die Polizei ermittelt. Der Feuerteufel ist verschwunden.

Der Schreck steckt Michael Neumeier noch gewaltig in den Gliedern. Es ist das zweite Mal, dass jemand seinen Blumenstand angezündet hat. „Zuletzt hat im Mai 2009 jemand die Markise angezündet. Der Täter wurde nie gefasst“, erzählt Michael Neumeier, während er neue Blumen aus seinem Auto lädt. Die alten kann er wegwerfen oder nur stark reduziert verkaufen. Überall im Blumenstand klebt eine dünne weiße Pulverschicht – Rückstände des Feuerlöschers. Den Sachschaden des Brandanschlags schätzt der Blumenhändler auf mindestens 3000 Euro.

Kurz nach 19 Uhr hatte Michael Neumeier seinen Stand abgeschlossen. „Die Kasse nehme ich mit“, erzählt er, „sonst gibt es hier nichts zu holen“. Zuhause machte er sich einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher. Kurz vor 23Uhr klingelte das Telefon. Die Polizei war dran, erzählte ihm, dass es in seinem Stand am Viktualienmarkt gebrannt hat. Jemand hatte die Abdeckplane angezündet. Ein Passant entdeckte die Flammen und löschte sie mit Wasser aus dem nahen Brunnen.

Wenig später bemerkten Beamte der PI 11 Altstadt einen weiteren Brand. Keine 20 Meter entfernt stand die Markise von Blumen Baur in Flammen. Auf etwa drei Metern Länge brannten die Plastikbahnen. Schaden: 2000 Euro. Die Beamten löschten den Brand mit dem Feuerlöscher aus ihrem Streifenwagen.

Doch der Feuerteufel hatte noch nicht genug. Er schlich zurück zum Stand von Michael Neumeier und zündete dessen Abdeckplane erneut an, nur eine Armlänge von der ersten Stelle, entfernt. Wieder verhinderte ein aufmerksamer Zeuge größeres Unheil. Ein Autofahrer sah den Schein der Flammen und rief die Feuerwehr. „Gegen Mitternacht war es“, so erzählt Michael Neumeier, „als ich erneut aus dem Bett geklingelt wurde. Es ist der vierte Brandanschlag in zwei Jahren erzählen die Marktleute. „Das muss ein Verrückter sein“, sagt Christine Hirschauer, Sprecherin der Standlbetreiber. Ralph Hub

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