Bogenhausen, Harlaching, Isar: Wo die Autospiegel-Mafia in München lauert

Die Zahl der Fälle steigt extrem an. Rund 160 Fahrzeugbesitzer haben bereits Anzeige erstattet. Der Sachschaden, den die Diebesbanden angerichtet haben, wird auf mindestens 220.000 Euro geschätzt. Wie die Täter arbeiten, warum es so schwer ist, sie zu erwischen.
von  Ralph Hub
Ein ausgebauter Außenspiegel an einem im Stadtgebiet am Straßenrand abgestellten Auto.
Ein ausgebauter Außenspiegel an einem im Stadtgebiet am Straßenrand abgestellten Auto. © Polizei

Seit Anfang des Jahres häufen sich die Fälle in München. 159 Fahrzeughalter haben bei der Polizei Anzeige erstattet. Das Dunkelfeld dürfte noch höher liegen. Oft erstatten die Geschädigten erst Tage und Wochen später Anzeige, wenn sie den Schaden ihrer Versicherung gemeldet haben.
Die Täter haben es auf Autos abgesehen, die auf der Straße geparkt sind. Die Kripo geht von mehreren organisierten Banden aus. Bevorzugt haben die Täter bisher in den Nächten von Sonntag auf Montag zugeschlagen. Betroffen waren Bogenhausen, Harlaching, Giesing, auffallend häufig auch der Osten der Stadt, sowie Wohngebiete in der Nähe der Isar, sagt Alexander Suozzo vom ermittelnden Kommissariat 54.

Ausbau dauert nur Sekunden

Die Täter sind Profis. Sie benötigen nur drei oder vier Sekunden, um die Spiegelgläser auszubauen. Die Teile sind oft elektrisch verstellbar, beheizbar und entsprechend teuer. Bei einem BMW I 4 belief sich der Schaden auf rund 4000 Euro, weil die Diebe auch etliche Fahrzeugsensoren ausbauten. Auch bei teuren Modellen von Mercedes sind die meist im Front- und Heckbereich verbauten Sensoren eine begehrte Beute. Den Gesamtschaden schätzt K 54 derzeit auf mindestens 220.000 Euro. Die geklauten Außenspiegel werden im Internet oft über Kleinanzeigen weiterverkauft. Die Teile tragen keine Registrierungsnummer der Hersteller, anhand derer sie identifiziert werden können.

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