BMW M4 verunfallt auf A99: "eCall"-System holt Hilfe

Zwei junge Männer sind Freitagnacht mit ihrem BMW M4 auf der A99 bei Freiham verunfallt. Das Notfallsystem in dem Sportwagen alarmierte automatisch Feuerwehr und Rettungsdienst.
| Lukas Schauer
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.. das eCall-System des Wagens hatte automatisch Hilfe geholt.
Feuerwehr München 2 .. das eCall-System des Wagens hatte automatisch Hilfe geholt.
Der rechte Hinterreifen des Sportwagens lag 15 Meter vor dem Auto.
Feuerwehr München 2 Der rechte Hinterreifen des Sportwagens lag 15 Meter vor dem Auto.

München - Es war kein menschlicher Hilferuf, sondern ein elektronischer: Die Rettungsleitstelle in München ist in den vergangenen Tagen gleich zwei Mal automatisch über einen Unfall informiert worden. Die genauen Koordinaten und die Unfallzeit des Fahrzeugs wurden gleich mitgeliefert.

Der erste Crash ereignete sich am Freitagabend auf der Überleitung von der A99 zur A96. Zwei junge Männer (22, 26) waren in einem neuen, grünen BMW M4 unterwegs, als der Wagen bei Freiham aus noch ungeklärter Ursache gegen die Leitplanke krachte. Der BMW verlor ein Hinterrad, drehte sich um die eigene Achse und blieb schwer beschädigt stehen.

Die Männer konnten aussteigen und sich in Sicherheit bringen. Währenddessen informierte das Notfallsystem "eCall" den Rettungsdienst, dass fünf Airbags aufgegangen waren. Sensoren im Auto machen’s möglich.

"eCall" ermöglicht direkten Sprechkontakt zu Unfallopfern

"Nach der automatischen Alarmierung können wir uns aus der Rettungsleitstelle direkt in das Auto schalten und fragen, wie es den Insassen geht", erklärte Feuerwehrsprecher Maximilian Huber der AZ.

Am Freitagabend und auch nach einem zweiten Unfall am Samstag – auf der Ingolstädter Straße waren zwei Autos zusammengestoßen – kam allerdings kein direktes Gespräch zustande. Grund: Die Verletzten waren bereits ausgestiegen. Doch ob mit oder ohne Gespräch: Die Rettungsleitstelle schickte sofort Krankenwagen und Polizei zum Unfallort.

Die bisherigen Erfahrungen der Rettungsleitstelle in München mit "eCall" sind sehr positiv. Feuerwehrsprecher Huber: "Die Alarmierung geht schnell und die Angabe des Standorts ist präzise. Das ist vor allem wichtig und bedeutet keinen Zeitverlust, wenn jemand nicht genau weiß, wo er ist. Das kommt außerhalb der Stadt, zum Beispiel auf der Autobahn, öfter vor." Und: Es kommt auch dann schnell Hilfe, wenn ein Auto irgendwo liegt, wo es von Zeugen nicht zu sehen ist, der Verletzte aber selbst keine Hilfe mehr rufen kann.

So funktioniert das "eCall"-System

Das "eCall"-System ist ist ein von der Europäischen Union vorgeschriebenes automatisches Notrufsystem für Kraftfahrzeuge, das die Hersteller seit dem 31. März 2018 in alle neuen Pkw-Modelle einbauen müssen. Der Notrufdienst funktioniert daher auch europaweit gleich: eCall nutzt Mobilfunk und Satellitenortung, um nach einem Unfall eine Telefonverbindung zur einheitlichen Rufnummer 112 der nächstgelegenen Rettungsleitstelle herzustellen. Das funktioniert automatisch oder manuell. Zusätzlich zur Sprachverbindung überträgt das eCall-System Informationen zum Unfallort, zur Art der Auslösung und zum Fahrzeug.

Kommt es also zu einem schweren Unfall, bei dem die Airbags auslösen, sendet eCall automatisch einen Notruf. Bei kleineren Parkremplern oder Blechschäden hingegen nicht. eCall kann aber auch manuell ausgelöst werden, etwa wenn der Fahrer einen medizinischen Notfall hat (beispielsweise einen Herzinfarkt). Dann kann der Beifahrer den Knopf im Auto drücken. Falls die Insassen ansprechbar sind, können dann die Retter zielgenau vorgehen.

Die EU-Kommission schätzt, das durch das System jedes Jahr in der EU bis zu 2.500 Menschenleben gerettet werden können, da die Retter schneller am Unfallort sein werden als bisher.

Lesen Sie hier: Unfall auf der B471 bei Garching - Lkw behindert Retter

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