Bluttat am Münchner Stachus: 18-Jähriger unter mysteriösen Umständen niedergestochen

Blutüberströmt und mit mehreren Stich- und Schnittwunden am Oberkörper kam am Dienstagabend ein 18-Jähriger in den McDonald’s am Stachus und bat um Hilfe. Die Polizei rückte mit 20 Streifenwagen an. Die Hintergründe der Tat geben den Ermittlern viele Rätsel auf.
Täter entkommen trotz Großeinsatz in München
Die Stimmung unter den Gästen in dem Fast-Food-Restaurant war aggressiv, als die ersten Polizisten eintrafen. Deshalb wurde von der Einsatzzentrale umgehend Verstärkung geschickt. Insgesamt waren 20 Streifenwagen an dem Einsatz beteiligt. "Der 18-Jährige hat stark geblutet", sagte Polizeisprecher Ralf Kästle am Mittwoch. Ein Notarzt kümmerte sich um den Verletzten. Der Patient wurde ins Krankenhaus in die Notaufnahme gebracht. "Es handelt sich um Stich- und Schnittwunden", so der Polizeisprecher, "die allerdings nicht besonders tief waren." Lebensgefahr bestand keine, der 18-Jährige wurde ambulant in der Klinik versorgt und anschließend entlassen.
Bluttat in München: Weder Tatablauf noch Tatort sind geklärt
Das Opfer konnte den Ermittlern bisher nicht genau schildern, was ihm am Dienstagabend zugestoßen ist. Wer ihn angegriffen hat und warum, ist unklar. Bei der Tatwaffe könnte es sich laut Polizei um ein Messer oder Ähnliches handeln. Gefunden wurde sie bisher nicht. Der 18-Jährige konnte bisher nicht einmal den genauen Tatort benennen. Irgendwo im Bereich des Stachus wurde er angegriffen. Allerdings nicht am Brunnen, der Bereich wird von einem Videoturm der Polizei überwacht. Die Kripo wertet auch die Aufnahmen der Überwachungskameras im Stachus-Untergeschoss aus, ebenso die Aufzeichnungen der Kameras im nahe gelegenen Alten Botanischen Garten.
Der Angriff könnte sich aber auch in der Grünanlage an der Herzog-Wilhelm-Straße ereignet haben. Die Beamten vom Kommissariat 23 hoffen, dass weitere Befragungen des Opfers Licht in den undurchsichtigen Fall bringen. Ermittelt wird wegen gefährlicher Körperverletzung. Der 18-Jährige stammt aus dem Jemen und wohnt in einer Unterkunft im Landkreis Fürstenfeldbruck. Polizeilich ist der junge Mann bisher lediglich wegen eines Verstoßes gegen das Aufenthaltsrecht aufgefallen.
Rätselhafte Messerattacke in München: Zeugen gesucht
Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich Stachus, Sonnenstraße, Schützenstraße und Bayerstraße Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 23, Tel. 089 2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.