Black Rebelz im Fokus: "crAZy week", Freizeitkicker, "One Smile, One Beer"

Am 22. Juli 2016 erschütterte München ein Amoklauf, bei dem neun Menschen in den Tod gerissen wurden. Am Tag darauf schaffte es eine Fußballmannschaft, die um den Kumpel eines Mitspielers trauerte, die Münchner wieder aufzumuntern – mit einer schönen Idee: #MunichSmileAgain.
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Die Jungs der #MunichSmileAgain-Aktion - und die stolzen Gewinner des AZ-Freizeitkicker-Cups!
Bernd Wackerbauer/Facebook Die Jungs der #MunichSmileAgain-Aktion - und die stolzen Gewinner des AZ-Freizeitkicker-Cups!

München - Für jedes Lächeln revanchierten sich die Kicker vom "Black Rebel Motor Soccer Club" (kurz: "Black Rebelz") mit einem Bier. Und weil das Glück bekanntlich den Tapferen und Glücklichen lacht, gewannen die Helden des Herzens am Ende des Jahres dann auch das Freizeitkicker-Turnier der Abendzeitung – hochverdient, mit 7:1.

Jetzt wirbeln die "Black Rebelz" auch bei der "crAZy week" der Abendzeitung mit: Zum Abschluss der "Verrückten Woche" geben sie zusammen mit dem AZ-Team ein Feierabend-Bier aus. Treffpunkt ist am Freitag, 20. Januar 2017, um 16 Uhr am Fischbrunnen auf dem Marienplatz.

Spot on: Rückblick der "Black Rebelz"

"Der 'Black Rebel Motor Soccer Club' wurde 2003 von mir, Jakob Janich, gegründet. Wir wollten mit ein paar Kumpels aus der Schule und der Uni an der Hallenserie der Unimeisterschaft teilnehmen und ab 2004 auch auf großen Fußballfeldern spielen. Der Name unseres Clubs ist eine Referenz an die kalifornische Blues-Rock-Band 'Black Rebel Motor Cycle Club', die mir bei meiner Arbeit als Musikjournalist über den Weg lief", so der Teamgründer gegenüber der Abendzeitung.

Black Rebel Motor Soccer Club - der FC Bayern der Freizeitkicker

"Durch die Arbeit als Teamchef beim Radiosender M94.5 flossen spätestens 2006 die Grenzen zwischen Radio-Mannschaft und den 'Black Rebelz' ineinander. 2007 meldeten wir uns in der Royal Bavarian Liga an, um über den Uni-Spielbetrieb und diverse Kleinfeld-Turniere hinaus noch mehr Gelegenheiten für gepflegte Kicks zu finden. Nach diversen Aufstiegen, Rückschlägen und Wechseln in der Mannschaft holten wir 2013 den Meistertitel in der RBL. Im Jahr 2016 gelang uns das noch einmal."

Traumstart beim AZ-Cup

"Unseren Weg zum AZ-Cup konnten wir mit einem der höchsten Siege in der 'Black Rebelz'-Historie starten: 16:0 in Runde eins! Danach wurden wir Runde für Runde mehr gefordert. Im Achtelfinale gegen 'Monaco Royal' mussten wir schließlich feststellen, dass nicht nur der DFB-Pokal seine eigenen Gesetze schreibt: Nein, auch der AZ-Cup versucht das. Wir sahen uns dem bis dato stärksten Gegner ausgesetzt und gewannen mit 2:0 gegen einen Drittligisten", erinnern sich die Freizeitkicker-Gewinner zurück.

'One Smile, One Beer' - Münchner starten #OpenWindow-Aktion nach Amoklau

"Das Viertelfinale gegen einen Gegner aus der 1. Liga wurde überraschend deutlich mit 5:1 gewonnen - nur um dann im Halbfinale gegen alte Bekannte, die 'Don Promillos', wieder an die Gesetze des Pokals erinnert zu werden. Die alten Bekannten spielen nicht mehr mit uns in der 1. Liga, sondern eine Klasse darunter. Nach dem Ausgleichstreffer in letzter Minute mussten wir in ein hochdramatisches Elfmeterschießen, welches wir dank einer herausragenden Torwartleistung mit 5:3 gewannen."

Hochzeit versus Freizeitkicker-Finale

"Wir dachten, damit wäre die größte Hürde zum Finale genommen worden - aber wir wurden eines Besseren belehrt. Die Hochzeit eines 'Black Rebelz' am ursprünglich angesetzten Termin des Finales brachte die Verlegung des Spiels und gleichzeitig zahlreiche Probleme mit sich. Hätten wir gewusst, was da auf uns zukommt, hätten wir vermutlich die Hochzeit verlegt..."

"Die Suche nach einem adäquaten Platz an einem Samstag in München im Oktober gestaltete sich so kompliziert, dass zwischenzeitlich die Hälfte des Kaders damit beschäftigt war und jetzt wohl alle Vereine und ähnliche Einrichtungen unseren Namen schon einmal gehört haben. Selbst engste Kontakte ins Sportamt München oder zum Olympiapark - ja, selbst ein direkter Draht zum großen FC Bayern - halfen nichts. Wir standen platztechnisch ziemlich nackt da. Es führte sogar so weit, dass der Gegner und sogar das Schiri-Gespann sich aktiv an der Suche beteiligten."

Verzweifelte Platzsuche

"Der Rückruf des Vorstands des FC Aschheim, bei denen wir schon das Viertel- und Halbfinale ausgetragen haben, rettete uns schließlich. Auch andere Schwierigkeiten lösten sich: Ein Rebell-Legionär kam aus Wien angereist, ein weiterer beschloss, seinen doppelten Bandscheiben-Vorfall zu ignorieren. Über den für uns erfreulichen Ausgang des Spiels hat die AZ ausführlich berichtet."

"Im Sinne unseres Gründers verstehen wir unseren BRMSC bis heute als Kollektiv, das über Freunde und Freundesfreunde immer wieder erweitert wurde. Neben der großen Leidenschaft fürs Kicken verbindet uns auch die gegenseitige Unterstützung in allen Lebenslagen - sei es ein Wohnungstausch, ein wenig Hilfe bei der Jobsuche oder Trauerhilfe wie beim #MunichSmileAgain im letzten Jahr."

Das Jahr 2016: Verlust, Hoffnung, Terror

"2016 war vermutlich das verrückteste Jahr in der Geschichte der 'Black Rebelz' – und das will etwas heißen: Wir haben nach dem Gewinn der RBL Meisterschaft 2013 viel erlebt, etwa den Verlust unseres Teamchefs an einen Segelclub am Bodensee. Aber was ist das schon im Vergleich zu einem Kampf ums wirkliche Überleben? Ein Rebell hat erfolgreich seine Chemo hinter sich gebracht, ein weiterer hatte seine Probleme mit der österreichischen Justiz und wiederum ein anderer hat bei dem Amoklauf in München einen seiner ehemaligen Mitspieler aus seinem Jugendverein verloren. Auch den Ansturm nach unserer #MunichSmileAgain-Aktion haben wir als Team bewältigt und beschlossen, dass wir einfach authentisch und uns treu bleiben wollen."

"Natürlich gab es auch viel Schönes, was uns zuteil wurde: Wir wurden mit unserer 'One Smile, One Beer'-Idee in die Sammlung des Stadtmuseums München aufgenommen, eine große Münchner Brauerei - Hacker-Pschorr - hat uns sowohl nach der Aktion als auch zum Finale diverse Kästen ihres Bieres zur Verfügung gestellt, obwohl sie das für gewöhnlich nicht machen und ganz viele Menschen, die wir zuvor nicht kannten, haben uns rührenden Dankesnachrichten geschickt. Das macht uns tatsächlich ein bisschen stolz und bestärkt uns darin, so weiterzumachen, wie wir das für richtig halten."

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