Bildband: Münchner (Weihnachts-)Engel

Christine Hoheneder hat einen ganz besonderen Bildband veröffentlicht – mit Fotos und Texten zu mythischen Flügelwesen.
| Clemens Hagen
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Eine Engelsstatue auf dem Nordfriedhof mit einem wunderschönen goldenen Mosaik mit Ornamenten im Hintergrund. Kleines Bild: Die Autorin Christine Hoheneder.
Christine Hoheneder Eine Engelsstatue auf dem Nordfriedhof mit einem wunderschönen goldenen Mosaik mit Ornamenten im Hintergrund. Kleines Bild: Die Autorin Christine Hoheneder.

In ihrer tiefsten Lebenskrise fand sie Trost – bei einem Engel! Es war der Tag, der das Leben von Christine Hoheneder (66) für immer verändern sollte. Aber der Reihe nach in dieser Geschichte, die so wunderschön in die Vorweihnachtszeit passt.

Im Sommer 1998 hatte die Münchnerin – wie sie heute sagt – schicksalhafte Begegnungen mit drei Frauen an drei aufeinanderfolgenden Tagen. „Am ersten Tag kam eine unbekannte Frau in einem Café zu mir an den Tisch und sagte mit Tränen in den Augen: ,Es tut mir so leid für Sie.’ Am zweiten Tag rief mich eine Bekannte an und sagte: ,Pack’ Deine Sachen und geh.’ Am dritten Tag rief mich eine Freundin an und sagte: ,Du musst gehen.’ Alle drei wussten nicht, wie schlecht es mir zu diesem Zeitpunkt wirklich ging. Es war wie ein Zeichen des Himmels.“


Engelchen auf dem Ostfriedhof.

Sie folgte diesen Zeichen und ging. Im August 2000, Christine Hoheneder litt in Zusammenhang mit ihrer Trennung unter schweren Erschöpfungszuständen („Heute würde man Burn-out sagen“), riet eine Bekannte zu ausgedehnten Spaziergängen. Zum Ausgleich, um auf andere Gedanken zu kommen. Die Freundin schlug den Alten Südfriedhof vor, den Christine Hoheneder noch nicht kannte, obwohl sie bereits seit 1971 in der Stadt lebte.

Eine Begegnung mit einem Engel

Als Christine Hoheneder den Rat ihrer Freundin wenig später in die Tat umsetzte, kam es zu jener Begegnung: Sie passierte ein Grab mit einer Engelsfigur darauf. „Als ich zu dem Engel aufsah, fühlte ich um ihn ein ganz besonderes magisches Licht. Ich spürte Trost, Hoffnung, Kraft. Mir war sofort klar, dass ich von nun an in meinem Leben etwas mit Engeln machen würde.“

Fortan machte sie sich mit der Kamera auf die Suche nach Engeln. „Es ist meine große Leidenschaft. Man findet die Engel an den ungewöhnlichsten Stellen, über Hauseingängen, auf Brunnen und Dächern, an Torbögen und Brücken – und natürlich ganz viele auf Friedhöfen.“ Inzwischen hat die Münchnerin drei Bücher mit Engelsfotos veröffentlicht. Das vierte, das jetzt herausgekommen ist, trägt den Namen „Münchner Engel“, es hat 64 Seiten und 27 Engelsfotos, jeweils versehen mit Zitaten und Gedichten aus der Weltliteratur.


Skulptur an der Ludwigsbrücke.

Das ist nämlich das Besondere an dem Buch von Christine Hoheneder: Außer der Schönheit der Bildmotive fesselt den Leser die Schönheit der Literatur. Neben dem ungewöhnlichen Foto vom Friedensengel steht beispielsweise das Zitat von Eugen Roth: „Still aus den Nebeln blitzt glasgrün der Isarfluss. Golden die Schwinge hebt stumm jetzt der Engel, schwebt über die Stadt . . .“


„Münchner Engel“ von Christine Hoheneder, Hardcover, 9,90 Euro, u.a. bei Lenbachhaus Shop, Lentner im Rathaus und Kunst & Spiel sowie über www.muenchnerengel.de.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren