Biber-Dame Barbara überlebt Zugunfall an Bahngleis

Mehrere Schulkinder haben am Bahnhof Türkenfeld im Landkreis Fürstenfeldbruck beobachteten, wie ein Biber von einem Zug erfasst wurde. Die Münchner Bundespolizei barg das Tier. Barbara geht es wieder gut, sie muss umgesiedelt werden und kommt nach Frankreich. 
von  Ralph Hub
Biber-Dame Barbar in den Armen einer Helferin.
Biber-Dame Barbar in den Armen einer Helferin. © Bundespolizei

Mehrere Schulkinder haben am Freitagmorgen gegen 8 Uhr am Bahnhof Türkenfeld im Landkreis Fürstenfeldbruck bei München beobachtet, wie ein Biber von einem Zug in Richtung München erfasst wurde. Die Kinder schlugen Alarm. Um zu verhindern, dass die Schüler selbst den Biber aus dem Gleis holen, musste der Bahnverkehr nach Angaben der Bundespolizei kurzzeitig eingestellt werden. Durch die Streckensperrung zwischen 8:27 Uhr und 8.49 Uhr hatten neun Züge Verspätung oder fielen ganz aus.

Biberschwanz verstümmelt

Die Räder des Zugs erwischte Biber-Dame Barbara am Schwanz und trennte einen Teil davon ab. Das Tier überlebte aber trotz der schweren Verletzung. Die Bundespolizei barg den Biber aus dem Gefahrenbereich und verständigte die zuständige Biberbeauftragte des Landkreises Fürstenfeldbruck. Die Tierärztin übernahm den Transport in die Wildtierauffangstation in Fürstenfeldbruck. Dort stellte sich heraus, dass es sich um eine Biber-Dame handelt. Die Bundespolizisten tauften sie kurzerhand auf den Namen Barbara. Nach Einschätzung der Tierärztin stehen ihre Überlebenschancen gut.

Barbara unter dem Röntgengerät.
Barbara unter dem Röntgengerät. © Bundespolizei

Schulkinder unter Schock

Beim Eintreffen der Streifen waren viele der Kinder, sie gehen in die sechste, siebte und achte Klasse, sichtlich geschockt und aufgelöst. Einige wurden von ihren Eltern abgeholt. Der Leiter der Grund- und Mittelschule Türkenfeld organisierte weitere psychologische Betreuungsangebote. Zusätzlich bot die behandelnde Tierärztin der Schule einen Besuch in der Wildtierauffangstation an, damit die Kinder den weiteren Genesungsweg der Biber-Dame verfolgen und das Erlebte besser verarbeiten können.

Barbara wird Französin

Nach Angaben der behandelnden Tierärztin soll die Biber-Dame nach ihrer Genesung nach Frankreich gebracht werden. Hintergrund ist, dass dort geeignete Reviere zur Verfügung stehen, während es in der Region aufgrund begrenzter Lebensräume immer wieder zu Revierkämpfen unter Bibern kommt.

Präventionshinweis der Bundespolizei:

Die Bundespolizei weist eindringlich darauf hin, Gleisanlagen unter keinen Umständen zu betreten – auch dann nicht, wenn sich dort ein verletztes Tier, ein Mobiltelefon oder ein anderer Gegenstand befindet. Herannahende Züge nähern sich oft nahezu lautlos und können selbst bei einer Schnellbremsung nicht rechtzeitig anhalten. Bereits der Aufenthalt im Gleisbereich bringt Menschen in Lebensgefahr. Eltern werden gebeten, mit ihren Kindern regelmäßig über die Gefahren an Bahnanlagen zu sprechen und deutlich zu machen, dass im Ernstfall ausschließlich die Polizei oder Mitarbeitende der Bahn verständigt werden dürfen.

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