Bewerber-Ansturm und hohes Plus: Stadtsparkasse München trotzt der Krise

Sehr zufrieden zeigt sich der Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse über die Bilanz seiner Bank im Jahr 2025, die soeben veröffentlicht worden ist. Bei einem Gespräch mit der AZ sagte Bernd Hochberger: "Die Bilanzsumme wächst, auch die Zahl der Sparanlagen und Kredite. Wir haben ein Ergebnis wie im Vorjahr."

Seit etwa einem Jahr ist Hochberger im Amt als oberster Chef der Münchner Stadtsparkasse. Er übernahm am 1. Mai 2025 den Posten, nachdem sein langjähriger Vorgänger Ralf Fleischer gesundheitsbedingt seine berufliche Karriere beendete. Zum ersten Mal zieht er Bilanz. Und Hochberger ist in seinem ersten Amtsjahr vor allem über die Bilanz der Mitarbeiter hocherfreut.
Offenbar ein attraktiver Arbeitgeber in unsicheren Zeiten
Beinahe 5000 Bewerbungen registrierte die Stadtsparkasse, fast 2000 mehr als im Jahr 2024 (3130). "Dieser hohe Zuspruch zeigt uns auch, dass die Stadtsparkasse ein attraktiver und sicherer Arbeitgeber in unsicheren Zeiten ist", sagte Hochberger. Alle verfügbaren Stellen seien derzeit besetzt. Jedes Jahr bietet die Bank rund 100 neue Ausbildungsplätze sowie zehn duale Studienplätze an. Insgesamt 2376 Beschäftigte hat die Bank derzeit.
Das Jahresergebnis der Stadtsparkasse beträgt wie im Vorjahr 48 Millionen Euro. "Ein solides Ergebnis auf hohem Niveau", ordnet Hochberger ein. Die Kunden haben der Bank noch mehr Geld anvertraut. Von 23 auf 24 Milliarden stieg die sogenannte Bilanzsumme. Das vorläufige Betriebsergebnis beträgt 317 Millionen Euro (2024 waren es 319 Millionen Euro). 410 Millionen Euro lautet die Bilanz des Zinsüberschusses (Vorjahreswert: 481 Millionen Euro).
"München ist Deutschlands Start-up-Hauptstadt"
Besonders stolz scheint die Bank mit dem größten Münchner Filialnetz (41 Filialen) auf die Förderung von Start-ups zu sein. "München ist die Hauptstadt der Start-up-Szene", sagte Hochberger. Etwa 900 Gründerinnen und Gründer habe die Bank im vergangenen Jahr beraten.
In unruhigen Zeiten des Wertpapierhandels empfiehlt Hochberger, die Ruhe zu bewahren. "Werden Sie nicht hektisch. Es ist wichtig, wie sich die Kurse langfristig entwickeln, nicht kurzfristig", so Hochberger. Ob zurzeit eine gute Phase für Immobilienanlagen sei? "Die persönliche Situation ist ausschlaggebend", so Hochberger. Jeder müsse für sich selbst entscheiden, ob das Verhältnis zwischen Wohnungspreisen und Zinsen zur individuellen finanziellen Situation passe.
"Finanzielle Bildung ist uns wichtig"
Die weiteren Zahlen: Das Volumen der Sparprodukte stieg im Jahresvergleich von 11,4 Milliarden auf 12,7 Milliarden Euro. 800.000 Kunden haben derzeit 540.000 Konten. Und die Nachfrage nach privater Baufinanzierung steigt.
Mit 3,1 Millionen Euro förderte die Bank erneut Projekte zu den Themen Soziales, Bildung und Kultur. Gerade die finanzielle Bildung der Menschen sei der Bank wichtig, so Hochberger. "An dieser Stelle werden wir sicher nicht sparen", sagte der Münchner Vorstandschef.