Betrüger zocken Münchner mit falschem Gewinnspiel ab

Bevor das große Geld kommt, sollen die Opfer zahlen. Ein Polizist bewahrt einen Rentner davor, 900 Euro zu verlieren.
| Ralph Hub
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München - Der Polizeihauptkommissar von der PI 24 in Perlach war auf dem Weg zum Spätdienst, als er am Samstagmittag in der Aral-Tankstelle an der Albert-Schweitzer-Straße kurz stoppte. An der Theke schnappte der Polizist ein Gespräch auf, das bei ihm sämtliche Alarmglocken klingeln ließ: Ein Rentner wollte 900 Euro für Prepaidkarten einer Spieleplattform ausgeben.

Der Internetdienst "Steam" bieten unter anderem Spiele, Filme und Serien an. Normalerweise interessieren sich eher jüngere Menschen für solche Angebote. Doch in diesem Fall war es ein 81-Jähriger, der sich beim Tankwart nach Prepaidkarten erkundigte.

Der Rentner erzählte, jemand habe ihn angerufen und ihn informiert, dass er bei einem Gewinnspiel gewonnen habe. 49.000 Euro solle er erhalten. Bevor der Gewinn überwiesen werden könne, müsse er aber bei einer Notarin Gebühren in Höhe von 900 Euro entrichten.

Betrüger verlangen "Steam"-Prepaidkarten

Der Dienstgruppenleiter der PI 24 brauchte gar nicht mehr zu hören, der 37-Jährige wusste, was als Nächstes kommen würde. Der Rentner erzählte, eine Notarin habe verlangt, er solle Prepaidkarten kaufen und die entsprechenden Identifizierungscodes an sie weiterleiten. Praktischerweise hatte ihm die Dame am Telefon auch gleich noch die Adressen von mehreren Läden und Tankstellen in der Stadt genannt, bei denen er Steam-Karten kaufen könne.

Die Sache hatte nur einen Haken. Sämtliche Geschäfte, die der 81-Jährige bisher abgeklappert hatte, verfügten nicht über die gewünschte Menge an Prepaidkarten. Nur die Aral-Tankstelle hatte genug Vorrat.

Dank Polizist: Rentner behält seine 900 Euro

Der Kommissar sprach den Rentner an und machte ihm klar, dass er auf dem besten Weg sei, Betrügern auf den Leim zu gehen. Der 81-Jährige war bestürzt, als ihm klar wurde, dass er beinahe 900 Euro zum Fenster hinaus geworfen hätte.

Er erklärte sich bereit, den Trickbetrügern eine Falle zu stellen. Doch die Gauner meldeten sich nach einem weiteren Telefonat nicht mehr. Offenbar hatten sie Verdacht geschöpft. Für den Rentner ging die Geschichte zum Glück trotzdem gut aus. Auch wenn die Gauner nicht gefasst wurden, sind ihm zumindest seine 900 Euro geblieben.

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