Betriebsversammlung: Quo vadis, Hugendubel?

Betriebsversammlung beim Bücherriesen: Im Münchner Literaturhaus streiten sich Chefs, Betriebsräte, Angestellte und Gewerkschaftler. Es geht um Arbeitsplätze, die Filiale am Stachus und ein umstrittenes Internet-Tagebuch
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Hugendubel am Salvatorplatz
imago Hugendubel am Salvatorplatz

Betriebsversammlung beim Bücherriesen: Im Münchner Literaturhaus streiten sich Chefs, Betriebsräte, Angestellte und Gewerkschaftler. Es geht um Arbeitsplätze, die Filiale am Stachus und ein umstrittenes Internet-Tagebuch

„Beschäftigungs- und Standortsicherung“ – sperrig formulierte und heikle Punkte standen gestern auf der Tagesordnung bei der Betriebsversammlung von Hugendubel. Wegen der bevorstehenden Schließung der Ur-Filiale am Salvatorplatz (AZ berichtete) herrscht Unruhe im Traditionsunternehmen.

Ausgerechnet direkt gegenüber vom Stammhaus, im Literaturhaus, trafen der Betriebsrat, Geschäftsführer Maximilian Hugendubel und Georg Wäsler von der Gewerkschaft Verdi zum Showdown aufeinander – über drei Stunden lang.

Die Mitarbeiter vom Salvatorplatz würden in anderen Filialen untergebracht, beschwichtigte die Geschäftsleitung zunächst. Auch die in der Belegschaft kursierenden Befürchtungen, der Filiale am Stachus könne das Aus drohen, wurden dementiert – wie schon von Maximilian Hugendubel am 3. November in der AZ.

Dann mussten die Angestellten, 425 arbeiten alleine in München, doch noch eine bittere Pille schlucken: Der Ende 2010 auslaufende Sozialtarifplan wird nicht ersetzt. „Das macht uns Sorge“, sagt Gewerkschaftler Wäsler. „Mitarbeiter werden es im Fall einer Kündigung schwer haben, bestimmte Leistungen durchzusetzen.“ Abfindungen etwa.

Streit zwischen Geschäftsführung und Gewerkschaft gibt’s auch um das Internet-Tagebuch von Verdi, in dem Mitarbeiter öffentlich und meist anonym Firmen-Interna diskutieren. Vor allem in den Kommentaren werden die Chefs zum Teil heftig attackiert ("Heiner Hugendubel würde sich im Grabe umdrehen", urteilt zum Beispiel einer über seine Erben). Das zieht Leser an. Verdi zählte in den vergangenen zwei Monaten über 20.000 Zugriffe.

Den Hugendubel-Oberen ist die Seite ein Dorn im Auge. Verdi-Mann Wäsler glaubt zu wissen warum: „Man fürchtet einen Imageschaden.“ Schon gestern Abend gab's ein neues Thema im Blog: die Betriebsversammlung.

Natalie Dertinger

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