Bekommt Söder in München schon bald seinen Hyperloop?

Eine Mini-Version eines Hyperloops hat das Team der TU München schon gebaut. Damit auch der große Bruder kommt, sagt Söder viel Geld zu.
| Ralf Müller
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Markus Söder (l., CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Wolfgang Herrmann, Präsident der TU München.
Markus Söder (l., CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Wolfgang Herrmann, Präsident der TU München. © Sven Hoppe/dpa

München - Im März hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Vision vom Münchner Hyperloop in einem AZ-Interview angekündigt. Denjenigen, die sie als "Söder-Röhre" verspotteten, möchte es der bayerische Ministerpräsident jetzt schon ganz gerne zeigen.

"Richtig Geld" für Forschungsförderungsprogramm

Am Donnerstag stattete er den jungen Entwicklern des Hyperloop-Teams der Technischen Universität (TU) München in Garching einen Besuch ab und versprach schon bald einen kräftigen Aufschlag: Im Herbst werde die bayerische Staatsregierung ein "ganz großes" Forschungsförderungsprogramm auflegen und dafür "richtig Geld in die Hand nehmen". Und davon werde auch die Hyperloop-Initiative ein Stück abbekommen.

Söder würde sich schon wünschen, dass die Idee des Tesla-Chefs Elon Musk, zukünftig Personen und Güter mit bis zu Schallgeschwindigkeit durch luftleere Röhren zu transportieren, als erstes in Bayern marktreif entwickelt wird. Die Studierendengruppe der TU München hatte freilich bei der von Musk ausgerufenen "Hyperloop Pod Competition" in Kalifornien mit ihren Entwicklungen schon vier Mal den ersten Platz ergattert – vor ehrgeizigen Konkurrenten aus aller Welt.

Hyperloop: Mit 482 km/h durch die luftleere Röhre

Der in Garching in den "SpaceMaker"-Werkstätten der TU München entstandene Prototyp raste zuletzt mit 482 Kilometern pro Stunde durch eine luftleere Röhre. "Wir sind uns inzwischen sicher, dass es wirtschaftlich betrieben werden kann", sagt Domenic Radeck. Denn neben der Supergeschwindigkeit feilen die Studenten auch an Sicherheit, Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit, damit die schnelle Röhre kein schnelles Ende findet. Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Als nächsten Schritt bastelten die jungen Technologen an einem Hyperloop-Ring, der eher die Dimensionen des Tunnels einer Spielzeugeisenbahn hat. Darauf folgen soll eine 20 Meter lange große Röhre, in denen eine mit vier Personen besetzte Kabine getestet werden kann.

Das alles können die Hyperloop-Forscher mit Unterstützung der TU und Sponsoren aus der Wirtschaft wie Airbus noch selbst stemmen. Doch für den Quantensprung hin zu einer 400 Meter langen Teststrecke werden sie wohl Staatsgeld brauchen. Söder zeigte sich geneigt: "Ich bin schon immer Science-Fiction-Fan gewesen."

Söder: "Ich bin schon immer Science-Fiction-Fan gewesen"

Die jungen Hightechniker wollte der Ministerpräsident dann aber doch nicht zu sehr unter Druck setzen: Auch wenn ihre Arbeiten nicht in drei oder vier Jahren zu einem marktfähigen Produkt führten, seien doch die auf dem Weg gewonnenen technischen Erkenntnisse sehr wichtig. Sprach’s und überreichte dem Hyperloop-Team einen "Mini-Scheck" (Söder) in Höhe von 80.000 Euro. Die sind für das Forschungsprojekt zum Design von Röhre und Kapsel gedacht.

Zu den Planungen der Technischen Uni, um den Supertransporter schnell zu entwickeln, gehören zudem ein erweitertes Projektteam, großzügige Forschungseinrichtungen und eine Teststrecke am Standort der neuen Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie (LRG) in Taufkirchen/Ottobrunn. Außerdem gibt es eine neue Professur.

Markus Söder (l., CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Wolfgang Herrmann, Präsident der TU München.
Markus Söder (l., CSU), Ministerpräsident von Bayern, und Wolfgang Herrmann, Präsident der TU München. © Sven Hoppe/dpa

Der TU geht es dabei auch um die Möglichkeit, die das Projekt für die Studenten darstellt. "So fördern wir neues Denken und nutzen die jugendliche Faszination an den schwierigsten Herausforderungen – und stärken damit das Markenzeichen ,German Engineering’", sagt der scheidende TUM-Präsident Wolfgang Herrmann.

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