Beim Autofestival im Münchner Norden: Kritik an vielen Helikopter-Flügen
Es wird laut in Freimann am Wochenende: Samstag und Sonntag treffen sich rund 50.000 Autofans beim "MYLE"-Festival in der Motorworld. Da gibt es die neusten PS-Boliden, Testfahrten, Auto-Influencer – und natürlich auch eine Afterparty im Einser.
Was es aber auch gibt, und das hat offenbar in der Nachbarschaft für Ärger gesorgt: Helikopterrundflüge, und zwar über 50 Stück über das Wochenende, so kündigen es die Veranstalter an.
"Recht auf Ruhe": Kritik an Helikopter-Flügen in Freimann
Das kritisiert die Fraktion von ÖDP, Bündnis Kultur und München Liste im Stadtrat: "Die Menschen in Freimann haben ein Recht auf Ruhe, Sicherheit und Lebensqualität", findet Fraktionschef Tobias Ruff (ÖDP).

"Stattdessen müssen sie erleben, wie wenige Privilegierte mit dem Hubschrauber Ausflüge machen und ihre Nachbarschaft zur Kulisse für Luxus-Spielereien verkommt", kritisiert Ruff.
Die Festivalveranstalter bieten mit den Helikopterrundflügen nach eigenen Angaben "die einzigartige Möglichkeit, München von oben zu bewundern". Die Flüge dauern rund 10 Minuten und kosten pro Festivalteilnehmer 99 Euro.

Im Zentrum der Messe stehen Tuning-Karossen aller Art und auch viele Luxus-Sportwagen. Auch Testfahrten sind im Angebot, von verschiedenen E-Autos von Tesla bis zu Sport-Geländewagen wie dem Ineos Grenadier. Die Rundflüge haben sich aber offenbar als beliebte Abwechslung etabliert.
"Mangelnder Respekt": ÖDP hat Fragen zu Helikopter-Rundflügen bei der Motorworld
Die ÖDP zweifelt daran, dass die Motorworld dafür die notwendigen Genehmigungen hat, und will mit einer Anfrage im Stadtrat mehr dazu erfahren: "Welche Genehmigungen wurden erteilt, welche Behörde hat sie erteilt und auf welche Rechtsgrundlage?", will die ÖDP zum Beispiel wissen.

Auch ob es überhaupt erlaubt ist, dort einen Hubschrauberlandeplatz einzurichten, will die Partei wissen.
Für Ruff ist klar: "Das Vorgehen der Motorworld ist nicht nur Lärmbelästigung, sondern auch ein Zeichen für mangelnden Respekt gegenüber den Menschen, die in Freimann leben", so der Fraktionschef. "Die Stadt muss endlich eine dauerhafte Lösung finden und Spaß-Flüge über Wohn- und Naturschutzgebiete verhindern", fordert er.
Die AZ hat versucht, von der Motorworld kurz vor dem Festival zu den Helikopterrundflügen eine Reaktion zu der Kritik aus dem Stadtrat zu bekommen. Wegen der Kurzfristigkeit und weil das Motorworld-Team jetzt mit dieser großen Wochenendveranstaltung alle Hände voll zu tun hat, war das noch nicht möglich.
Einen ähnlichen Antrag hat die ÖDP bereits vor zwei Jahren im Stadtrat gestellt. Die Antwort damals: Die Stadt wolle sich dafür einsetzen, dass solche Flüge über Freimann nicht mehr stattfinden. Für die Bewilligung zuständig ist allerdings das Luftamt Südbayern, also die Regierung von Oberbayern.
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