Bei Münchnern nachgefragt: Abitur geschafft – und was nun?

Prüfungsstress ade: Zehntausende Schüler feiern ihren Abschluss. In der AZ berichten frisch gebackene Absolventen über ihre Pläne.
| Nina Job
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Lotte will auf einer Farm arbeiten.
privat 4 Lotte will auf einer Farm arbeiten.
Gab selbst schon Interviews: Nun will Alex Journalist werden.
privat 4 Gab selbst schon Interviews: Nun will Alex Journalist werden.
Sanitätshelferin ist Abiturientin Anabel schon, bald will sie die nächste Fortbildung machen.
privat 4 Sanitätshelferin ist Abiturientin Anabel schon, bald will sie die nächste Fortbildung machen.
Lennart will Jurist werden.
privat 4 Lennart will Jurist werden.

München - Es ist geschafft! Heute sind die letzten Zusatzprüfungen, dann ist der Stress vorbei. 37 000 bayerische Schüler sind dieses Jahr zum Abitur angetreten. Und wie geht es nun weiter im Leben – nach zwölf Jahren Schule? Der Trend geht zum "Gap Year" (Lückenjahr): Immer mehr nutzen die Zeit bis zur Ausbildung oder dem Studium zum Reisen, für ein Soziales Jahr oder für Praktika.

Dafür nehmen sich viele sogar mindestens ein Jahr Zeit. Ein ursprüngliches Ziel, dass G8-Absolventen dem Arbeitsmarkt früher zur Verfügung stehen, stimmt oft nicht. Hier berichten Abiturienten über ihre Pläne.

Lotte will auf einer Farm arbeiten.
Lotte will auf einer Farm arbeiten. © privat

Jobben in Neuseeland

Charlotte (18): "Die Tickets sind schon gebucht: Am 10. September fliege ich mit zwei Freundinnen für ein halbes Jahr nach Neuseeland. Wir wollen Work and Travel machen, also durchs Land reisen und Mini-Jobs machen, zum Beispiel auf einer Farm. Wir sind alle frisch 18 geworden und konnten unsere Freiheit noch gar nicht richtig genießen. Das holen wir jetzt nach. Ich habe so viel Schönes über Neuseeland gehört! Außerdem möchte ich mein Englisch verbessern. Wenn ich zurückkomme, möchte ich Praktika machen. Meine Berufsidee ist Gesundheitsmanagement oder Gesundheitswissenschaft. Damit kann ich in großen Firmen arbeiten, bei Krankenkassen oder auch in der Forschung. Am liebsten wäre mir ein duales Studium. Ich werde wohl im Herbst 2020 beginnen. Wenn ich nicht G8 gemacht hätte, würde ich jetzt wahrscheinlich nicht so lange ins Ausland reisen. Aber jetzt sehe ich es so, dass ich dieses eine gewonnene Jahr auch anders nutzen kann, als gleich ins Berufsleben zu starten."

Gab selbst schon Interviews: Nun will Alex Journalist werden.
Gab selbst schon Interviews: Nun will Alex Journalist werden. © privat

Praxiserfahrung statt über Büchern büffeln

Alexander (18): "In zwölf Schuljahren hat man so viel Theorie durchgepaukt – das reicht mir für einige Zeit! Jetzt möchte ich praktische Erfahrungen sammeln. Nach den Abiprüfungen habe ich mit einem Praktikum bei einer Lokalzeitung begonnen. Im September geht's weiter mit einem Praktikum bei einer Filmproduktionsfirma. Dazwischen fliege ich für drei Wochen nach Kanada. Ich möchte Journalist werden, nächstes Jahr will ich mit der Ausbildung beginnen. Gerne würde ich mein filmisches Interesse aus Projekten mit unserem jungen Filmunternehmen 'MovieJam Studios' mit meiner journalistischen Neugier verbinden und später selbstständig Produktionen leiten, von denen man leben kann. Dieser Wunsch hat sich verfestigt, als wir unser Projekt 'Grau ist keine Farbe' über Depressionen bei Schülern realisiert haben."

Sanitätshelferin ist Abiturientin Anabel schon, bald will sie die nächste Fortbildung machen.
Sanitätshelferin ist Abiturientin Anabel schon, bald will sie die nächste Fortbildung machen. © privat

Erst Rettungssanitäterin, dann Flugbegleiterin

Anabel (18): "Ich wusste schon in der zehnten Klasse, was ich will. Der Typ, der erst mal chillt oder ein halbes Jahr durch die Gegend reist, bin ich nicht. Zur Zeit arbeite ich auf der Messe im Sanitätsdienst. Ab August werde ich eine Ausbildung zur Rettungssanitäterin beginnen. Das will ich unbedingt nebenberuflich weitermachen. Mein Vater und mein Bruder sind ebenfalls im Rettungsdienst, wir sind auch schon öfter zusammen gefahren. Die Ausbildung zur Rettungssanitäterin dauert drei Monate. Danach mache ich eine Ausbildung zur Flugbegleiterin bei der Lufthansa. Das dauert ebenfalls drei Monate. Den Platz habe ich schon sicher. Am Tag nach dem Mathe-Abi war das Casting. Das war ganz schön anspruchsvoll. Sie haben nur sechs von 30 Bewerbern genommen. Ich freue mich schon sehr darauf, fremde Kulturen kennen zu lernen und viele Länder zu bereisen. Auch, dass ich viel Englisch sprechen werde, finde ich toll."

Lennart will Jurist werden.
Lennart will Jurist werden. © privat

Ein Sommer auf Reisen

Lennart (18): "Diesen Sommer werde ich erst mal viel reisen, mit Freunden und mit meiner Familie. Ich will auch ein paar Städte besuchen, in denen ich mir vorstellen kann zu studieren, wie Passau, Tübingen und Hamburg. Außerdem werde ich nach dem Abiball Ende Juni mit einem Teil meiner Stufe nach Korfu fahren. Ich würde gerne Jura studieren und mich dann im Laufe des Studiums für ein spezifisches Gebiet entscheiden. Auch deswegen fange ich ab August an, in einer Kanzlei zu jobben, wodurch ich mir bereits Einblicke in meine spätere Berufswelt erhoffe. Höchstwahrscheinlich werde ich bereits im Oktober anfangen zu studieren, weil ich mir meiner Entscheidung sehr sicher bin."

Lesen Sie hier: Autor Reumont -

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