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Bei EM-Eröffnung in München als Maskottchen eingeschlichen: YouTube-Star verurteilt

Er war ganz nah dran und machte Fotos mit Stars – bis sein Schwindel aufflog. Nun wird es für einen YouTuber ernst: Statt am Spielfeldrand kommt er vor eine Richterin und wird verurteilt.
von  AZ/dpa
Das offizielle EM-Maskottchen im Einsatz. (Archivbild)
Das offizielle EM-Maskottchen im Einsatz. (Archivbild) © Friso Gentsch/dpa

Weil er sich als Fake-Maskottchen beim Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft ins Münchner Stadion geschmuggelt hat, stand YouTuber Marvin Wildhage am Mittwoch vor Gericht. Er musste sich wegen Urkundenfälschung und Erschleichen von Leistungen verantworten. Gegen einen entsprechenden Strafbefehl hatte der für seine Pranks – Streiche – bekannte Influencer Einspruch eingelegt. Deshalb kam es nun vor dem Amtsgericht München zur Hauptverhandlung.

YouTuber Marvin Wildhage hatte es als falsches EM-Maskottchen beim Eröffnungsspiel bis zum Spielfeld geschafft.
YouTuber Marvin Wildhage hatte es als falsches EM-Maskottchen beim Eröffnungsspiel bis zum Spielfeld geschafft. © Malin Wunderlich/dpa

Ziel: Sicherheitslücken der UEFA zeigen?

Die Staatsanwaltschaft wirft Wildhage vor, sich im Juni 2024 beim EM-Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Schottland dank eines gefälschten Kostüms und gefälschter Akkreditierungen ohne Berechtigung direkt am Spielfeld – und teils auch darauf – aufgehalten zu haben. 

Die akribischen Vorbereitungen und die Geschehnisse am Eröffnungstag der EM selbst hat Wildhage in einem Video festgehalten, das inzwischen mehr als 3,1 Millionen Mal angesehen wurde. Darin betont der Angeklagte ebenso wie in einem jüngeren Video, er habe mit seiner Aktion Sicherheitslücken der UEFA aufzeigen wollen. 

Mit diesem sehr echt aussehenden Kostüm hatte der Youtuber es beim EM-Eröffnungsspiel bis auf das Spielfeld geschafft. (Archivbild)
Mit diesem sehr echt aussehenden Kostüm hatte der Youtuber es beim EM-Eröffnungsspiel bis auf das Spielfeld geschafft. (Archivbild) © Britta Schultejans/dpa

YouTuber muss vierstellige Geldstrafe zahlen

Am Mittwochnachmittag ist das Urteil gefällt worden. Wildhage muss 60 Tagessätze zu je 150 Euro zahlen. Zudem werden 5.400 Euro aus mit den Videos erzielten Einnahmen eingezogen.

Der YouTuber habe sich der Urkundenfälschung und des Erschleichens von Leistungen schuldig gemacht, begründete die Richterin des Amtsgerichts München ihr Urteil und folgt damit der Forderung des Staatsanwalts. Die Verteidigerin hingegen plädierte auf Freispruch, weil sich Wildhage unter hohem persönlichem Einsatz um die Sicherheit der Spiele verdient gemacht habe.

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