Bayernkaserne: Stadt bezahlt acht weitere Betreuer

Die Bayernkaserne platzt aus allen Nähten. Knapp 2000 Flüchtlinge sind dort derzeit untergebracht. Da der Freistaat trödelt, setzte sich OB Reiter für eine Vorfinanzierung der Stadt für weitere Sozialbetreuer ein.
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Die Bayernkaserne ist hoffnungslos überfüllt. Dienstag kam es in der Flüchtlingsunterkunft zu einem blutigen Streit.
dpa Die Bayernkaserne ist hoffnungslos überfüllt. Dienstag kam es in der Flüchtlingsunterkunft zu einem blutigen Streit.

München – 1:100, so soll der Betreuungsschlüssel aussehen. Also ein Sozialbetreuer auf 100 Flüchtlinge. Bei der enormen Anzahl an Flüchtlingen, die derzeit in der Bayernkaserne in Freimann untergebracht sind (derzeit knapp 2000), fast ein Ding der Unmöglichkeit. 2013 hatte der Freistaat Bayern noch zugesichert, die Stellen und die damit verbundene Finanzierung zu gewährleisten. Laut dem Münchner Stadtrat ist die Landesregierung diesem Versprechen auch nach mehrfachem Drängen noch nicht nachgekommen.

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Der Feriensenat des Münchner Stadtrats hat deshalb am Mittwoch Vormittag einstimmig beschlossen, die Vorfinanzierung von acht neuen Betreuerstellen zu übernehmen. OB Dieter Reiter dazu: "Es muss schnell gehandelt werden, deshalb bin ich froh, dass der Feriensenat heute grünes Licht für eine finanzielle Vorleistung durch die Stadt gegeben hat. Zugegeben bin ich nicht gern über meinen Schatten gesprungen, um der Bayerischen Staatsregierung Geld vorzuschiessen. Aber es geht darum, den Flüchtlingen vor Ort einen menschenwürdigen Aufenthalt in der Bayernkaserne zu ermöglichen und dazu gehört eine ausreichend ausgestattete Sozialberatung, die die Innere Mission vor Ort übrigens hervorragend leistet. Das hilft nicht nur den Flüchtlingen, sondern auch den Anwohnerinnen und Anwohnern."

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Oberbayern erlebt derzeit eine Flüchtlingswelle in ungeahntem Ausmaß. Vor allem in München und in Rosenheim spitzt sich die Situation täglich zu. Immer mehr Menschen aus Afrika und Syrien werden von der Polizei aufgegriffen und auf die bestehenden Aufnahmestationen verteilt, deren Kapazitäten längst überschritten sind. Derzeit wird geprüft, ob weitere Einrichtungen für die Aufnahme von Flüchtlingen geeignet sind.

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