Bayern-Sprayer in Giesing von Löwen-Fans gejagt
Zur Rivalität zwischen Fans des FC Bayern und des TSV 1860 gehört es, sich gegenseitig im gegnerischen Revier Besuche abzustatten – und dort die eigene "Duftmarke“ zu hinterlassen: in Form der jeweiligen Vereinsfarben oder bestimmter blauer oder roter Parolen.
Ein Roter im Revier der Blauen
Ein 29-jähriger Deutscher aus Landsberg am Lech, offenbar ein Bayern-Fan, wagte sich am Sonntagabend in das Revier der Löwen. Mit schwarzem Teerspray sprühte er im Bereich der Martin-Luther-Straße und der Zehentbauernstraße mehrere Tags. An einer Hauswand und auf einem Plakat hinterließ er die Buchstaben S und M. "SM“ steht im Szenecode der Fußballfans für "Schickeria München“, eine 2002 gegründete Ultras-Fanvereinigung des FC Bayern München. Der Schaden wird auf einige Hundert Euro geschätzt.
Sprayer wird in flagranti erwischt
Löwen-Fans sehen solche Bayern-Botschaften in Giesing nicht gerne. Der Sprayer hatte zudem Pech: Offenbar wurde er von einigen Löwen-Fans in flagranti erwischt. Die Gruppe ging auf den Mann los und griff ihn an, wie ein Polizeisprecher mitteilte.
Bayern-Fan ruft Polizei zu Hilfe
Der Sprayer rannte davon und flüchtete sich in eine nahegelegene Tankstelle. Von dort aus verständigte der Bayern-Ultra kurz vor 20 Uhr den Polizeinotruf. Der Hilferuf ist eher ungewöhnlich, denn Ultra-Fans beider Vereine regeln ihre Angelegenheiten meist unter sich – ohne die Polizei.
Ermittlung wegen Sachbeschädigung
Mehrere Streifen fuhren zu der Tankstelle. Die Löwen-Fans waren zu diesem Zeitpunkt aber bereits verschwunden. Zurück blieb der 29-Jährige. Der hatte allerdings plötzlich offenbar keine Lust mehr, mit der Polizei zu kooperieren. Das dürfte neben dem Ehrenkodex der Ultras vielleicht auch daran gelegen haben, dass der 29-Jährige wegen Sachbeschädigung angezeigt wurde.
Löwen-Fans entkamen unerkannt
Durch den Angriff der Löwen-Fans wurde der Bayern-Fan leicht verletzt. Ärztlich behandelt werden musste er jedoch nicht. Die Polizei nahm eine Anzeige gegen Unbekannt wegen gefährlicher Körperverletzung auf. Die Münchner Kriminalpolizei führt die weiteren Ermittlungen.
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