Bayern-Fans streichen Münchner Autobahnbrücke in Rot und Weiß
Das Kräftemessen zwischen den Fans des FC Bayern und der Münchner Löwen wenige Tage vor dem kleinen Derby im Grünwalder Stadion nimmt Fahrt auf. In der Nacht auf Dienstag strichen vier junge Männer in Ramersdorf-Perlach die Autobahnbrücke über die A8 über die komplette Breite von etwa 30 Metern in den Vereinsfarben der Bayern.
Nächtliche Maler-Aktion in Rot und Weiß
Ein Zeuge beobachtete das Bayern-Quartett am Dienstag gegen 1.15 Uhr in der Nacht. Er gab der Einsatzzentrale im Präsidium durch, dass er mehrere maskierte Personen sehe, die auf der Autobahnbrücke der A8 auf Höhe der Peralohstraße das Betongeländer bemalen. "Die Männer aus München waren dabei, die Autobahnbrücke aus beiden Fahrtrichtungen sichtbar und großflächig mit Farbe zu beschmieren", sagte ein Polizeisprecher.
Bei Eintreffen der Polizeibeamten flüchteten die vier Verdächtigen zu Fuß in Richtung Peralohstraße in ein Wohngebiet. Im Rahmen der Fahndung wurden drei junge Münchner von der Polizei entdeckt und festgenommen. Der vierte Flüchtige wollte sich verstecken. Ihn spürten die Beamten wenig später mithilfe einer Drohne auf. Bei den Verdächtigen handelt es sich um Münchner im Alter von 17, 18 und 21 Jahren. Der Älteste ist bereits wegen Sachbeschädigung bei der Polizei bekannt.
Eimerweise die Vereinsfarben dabei
Die Verdächtigen hatten unter anderem Spraydosen, Sticker, Mundschutzmasken sowie Fanschals des FC Bayern dabei. Zudem wurden laut Polizei im Tatortumfeld Farbroller und mehrere Eimer mit roter und weißer Farbe gefunden und sichergestellt. Darüber hinaus stand ein geparkter VW in der Nähe, der einem der verdächtigen Männer gehört. In dem Auto lagen weitere Spraydosen. Alle tatrelevanten Gegenstände wurden sichergestellt und der Pkw wurde in Verwahrung genommen, so ein Polizeisprecher.
Polizisten durchsuchen die Wohnungen der Verdächtigen
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurden im Anschluss die Wohnungen der Verdächtigen in München durchsucht. Hierbei wurden weitere tatrelevante Gegenstände wie beispielsweise Sticker und Spraydosen gefunden. Das Kommissariat 23 hat die weiteren Ermittlungen übernommen.
Spannung vor dem kleinen Derby am Sonntag
Am Sonntag tritt im Grünwalder Stadion die Mannschaften des FC Bayern II gegen den TSV 1860 an. Das kleine Derby wird im Polizeipräsidium als High-Risk-Spiel eingeschätzt. Um die rivalisierenden Lager auseinanderzuhalten, bereitet sich das Präsidium auf einen Großeinsatz vor. Absperrungen werden errichtet. Dazu wird die Reiterstaffel der Polizei vor Ort sein. Insgesamt werden mehr als 300 Beamte und auch das Unterstützungskommando (USK) bereitstehen, sagte Polizeisprecher Damian Kania. Wie viele Beamte genau es sein werden, verrät das Präsidium aus taktischen Gründen nicht. In früheren Jahren gab es kleine Derbys, bei denen über 1000 Beamte im Einsatz waren.
Samstag spielt in der Bundesliga Bayern gegen Leipzig
Das Fan-Potenzial am kommenden Wochenende in der Stadt werde groß sein, heißt es im Präsidium. Am Samstagabend findet das Top-Spiel in der Bundesliga statt: In der Allianz Arena treten die Mannschaften des FC Bayern und des RB Leipzig gegeneinander an.
