Baum mitten auf der Straße: In Münchens Maxvorstadt sorgt Umbau für Streit
Der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Theiss bezeichnete es vor zwei Jahren als "besonderes Zeichen des Irrsinns", dass die Stadt an der Augustenstraße/Ecke Gabelsbergerstraße in der Maxvorstadt einen Baum mitten auf die Straße pflanzen möchte. Theiss stellte sich an die Seite einiger Gewerbetreibender an der Augustenstraße, zum Beispiel Peter Büscher, der dort ein Koffergeschäft betreibt und einer der lautstärksten Gegner der Pläne war. Die Stadt wolle "aus irgendwelchen ideologischen Gründen" aus der Augustenstraße eine Flaniermeile machen, "eine Wohlfühloase", so Büscher damals beim Treffen vor Ort.
Wird die Augustenstraße eine "Wohlfühloase"?
Die Bauarbeiten für die Umgestaltung zur "Wohlfühloase", wie Büscher sie nennt, oder zur Straße mit "mehr Verkehrssicherheit und Aufenthaltsqualität", wie die Stadt es bezeichnet, gehen voran. Mit der Platane, die nun mitten auf der Augustenstraße steht, wird ein sogenannter "verkehrsberuhigter Bereich" markiert, der nordwärts von dem Baum gerade entsteht, bis zur Theresienstraße. Dort ist für Autos nur Tempo 20 erlaubt, außerdem werden die Gehsteige breiter und es gibt mehr Sitzgelegenheiten. Statt auf den engen, holprigen Radwegen teilen sich Radler die Straße mit den Autos.
"Die neue Platane leistet dazu einen wichtigen Beitrag: Sie spendet künftig Schatten an heißen Sommertagen, verschönert das Straßenbild und trägt zur Verkehrsberuhigung bei", sagt Bürgermeisterin Mona Fuchs (Grüne) beim Pflanztermin am Montag. So werde die Augustenstraße "langfristig attraktiver für Anwohner*innen, Passant*innen und – das ist uns wichtig – auch für die inhabergeführten Geschäfte vor Ort", so Fuchs.

Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer
Die Stadt stellt auf der Augustenstraße 36 neue Sitzbänke auf und richtet 192 zusätzliche Radlparkplätze ein. Von den bisher 250 Parkplätzen sollen etwa 200 bestehen bleiben. 26 davon werden zu Lieferzonen, auf denen man außerhalb der Lieferzeiten parken darf.
Außerdem werden neben der Platane noch 16 weitere neue Bäume gepflanzt. Als "bauliche Anti-Stress-Kur" bezeichnet die BA-Vorsitzende Svenja Jarchow-Pongratz (Grüne) die Maßnahmen. Es gebe nach dem Ende der Bauarbeiten für die Gewerbetreibenden "neue Möglichkeiten, mit ihren Angeboten den Straßenraum zu beleben".
Bis dahin laufen die Bauarbeiten aber noch eine Weile weiter. Planmäßig ab März nächsten Jahres widmen sich die städtischen Bauarbeiter den nächsten Abschnitten der Augustenstraße, zwischen Gabelsbergerstraße und Brienner Straße und zwischen Theresienstraße und Görresstraße.
Zuvor aber werden jetzt noch nordwärts der neu gepflanzten Platane die letzten Asphalt-Arbeiten erledigt. Dafür wird der Abschnitt bis Freitag, 30. Oktober um 7 Uhr für Fahrzeuge gesperrt. Die Einbahnregelung Richtung Süden gilt noch bis Mitte Dezember, dann wird die Baustelle für die Winterpause abgebaut. Die Arbeiten kosten insgesamt rund sieben Millionen Euro.
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