Bau an zweiter Stammstrecke: Dieser Riesen-Bohrer braucht einen Namen

Die Zahlen sind beeindruckend: 178 Meter lang, 700 Tonnen schwer und fünf Meter im Durchmesser. So groß ist die erste Tunnelbohrmaschine, die für den Bau der zweiten Münchner Stammstrecke ab Mitte September zum Einsatz kommt. Eine Kleinigkeit fehlt ihr allerdings noch: der Name.
Name für Tunnelbohrmaschine gesucht
"Tunnelbohrmaschinen haben traditionell weibliche Namen", erklärt Jörg Müller, Leiter Technik der zweiten Stammstrecke, bei einem Pressetermin der Deutschen Bahn. Die Tradition gehe auf die Heilige Barbara zurück, Schutzpatronin der Bergleute und Tunnelbauer, ergänzt Albert Wimmer, Teamleiter Tunnel West beim Bau der zweiten Stammstrecke.
Damit die Münchnerinnen und Münchner ein Stück weit an dem Großprojekt teilhaben können, veranstaltet die Deutsche Bahn jetzt ein Gewinnspiel. Die Bevölkerung darf der riesigen Maschine einen Namen geben. "Wir bauen die zweite Stammstrecke für die Menschen in München, deshalb ist es uns auch wichtig, dass sie mit eingebunden sind", sagt Jörg Müller. Mit dem modernen Baugerät und einem besonderen Namen könne man Fortschritt und Tradition verbinden.

Die Teilnahme an dem Wettbewerb ist ganz einfach: Bis zum 30. Juni können Einzelpersonen oder Gruppen auf der Webseite der zweiten Stammstrecke einen Namensvorschlag einreichen. Die Suche danach dürfte allerdings etwas schwieriger werden. Gefragt sind ausschließlich weibliche Namen mit Bezug zu München und Bayern sowie zu den Bereichen Technik, Wissenschaft und Infrastruktur. Akronyme sind ebenfalls erlaubt, zusätzlich soll zu jedem Vorschlag eine kurze Begründung abgegeben werden. "Das wäre sehr, sehr schön, denn dann bekommt das Ganze nochmal ein bisschen mehr Emotion", sagt Müller.
Nach Ablauf der Frist sucht das Projektteam drei Namen aus. Anschließend dürfen die Bürger vom 13. bis 24. Juli online abstimmen, welchen dieser Namen die Tunnelbohrmaschine künftig tragen soll. Für den Gewinner gibt es zusätzlich eine Belohnung. "Diejenige Person oder Gruppe, die den Namen gespendet hat, bekommt eine exklusive Führung zur Tunnelbohrmaschine – nicht nur von außen, sondern auch im Inneren der Maschine. Das ist schon etwas sehr Exklusives", sagt Müller begeistert. Die Führung soll im Rahmen des Tags der offenen Baustelle am 12. und 13. September stattfinden.
Nur wenige Tage später beginnen die Tunnelarbeiten. Der offizielle Tunnelanstich findet am 17. September statt, ab dann kämpft sich die riesige Maschine drei Kilometer weit von der Donnersbergerbrücke zum Marienhof vor. Der Bohrer schafft dabei im Schnitt acht Meter pro Tag und macht so den Weg für einen Erkundungs- und Rettungsstollen frei.